"Ich finde das rufschädigend"

Thomas Boos spricht zum ersten Mal über das Verhalten von Stadträten und das Bürgerbegehren

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Das Schildbürger in Weilheim sorgt für Gesprächsstoff in der Stadt. Pächter Thomas Boos äussert sich im Interview mit Alma Jazbec zum ersten Mal über die Situation mit der Stadt, den Räten und das Bürgerbegehren.

Weilheim – Das Schildbürger soll von der Rathaussanierung verschont werden, das hat der Stadtrat beschlossen. Thomas Boos, Pächter des „Schilds“, fühlt sich aber noch nicht auf der sicheren Seite. Ganz im Gegenteil - er ist erbost über das Verhalten mancher Stadträte und er versteht nicht, warum er ein neues Konzept für seinen Laden erstellen soll. Im Interview mit dem Kreisboten erzählt er seine Sicht der Dinge.

Was hat sich seit dem Beschluss der Stadt für Sie geändert? 

Boos: „Bis jetzt hat sich nichts geändert. Stellt sich die Alternativplanung des Architekten als zu teuer heraus oder es wird keine Alternative gefunden, muss ich davon ausgehen, dass der ursprüngliche Plan wieder in neuem Kleide auf den Tisch kommt. Das geschieht aber natürlich erst nach den Kommunalwahlen. Auch wenn die Sanierung auf zwei Jahre verschoben wird, kann es sein, dass ich eben dann mit der Kündigung dastehen werde.“ 

Hat die Stadt mit Ihnen noch nicht gesprochen? 

Boos: „Bis Mittwoch Mittag war noch niemand mit mir in Kontakt getreten oder hat mich etwas gefragt. Als es um die Kündigung ging, wurde ich jedoch sehr schnell angerufen.“

Sie sagten, Sie sind von einigen Stadträten enttäuscht und sogar sauer auf sie. Warum? 

Boos: „Das Terrain der Sachlichkeit und Fairness wurde hier auf breiter Front verlassen. Kurt Müller sagte am Informationsabend: ,Der Laden laufe ja sowieso nicht mehr’. Er lief, wie er sagte, dreimal am Laden vorbei und da war nichts los. Wie kann man sich ein wirtschaftliches Urteil bilden, wenn man nur am Fenster vorbeigeht? Dr. Norbert Vidal sagte zehn Minuten vor Beginn der Infoveranstaltung ,Hier ist genauso viel los wie im Schildbürger, nämlich gar nichts’. Mir reicht es hier einfach. Ich verstehe nicht, wie ein Stadtrat so etwas sagen kann. In diesem Moment kann ich das nur als persönlichen Demütigungsversuch werten!“ 

Werden Sie den Wünschen von Stadtrat Jochen Knittel nachgehen, und ein neues Konzept für das Schildbürger erarbeiten? 

Boos: „Warum sollte ich? Diese ganze Geschichte hat nichts mit meinem Ladenkonzept zu tun. Es geht nicht um die Wirtschaftslage oder um den Betreiber bei dieser Sache. Die Stadt will ja nicht sanieren, weil mein Laden angeblich nicht läuft. Hier wird versucht, auf billigste Art und Weise Stimmung gegen meine Person zu machen. Leider drängt sich mir die Vermutung auf, dass hier eine Sau durchs Dorf getrieben wird, wenn die Wiederaufnahme der Umbaupläne scheitert. Ich finde das rufschädigend. Seriösen Gesprächen über ein neues Bewirtschaftungskonzept würde ich hingegen begrüßen und jederzeit konstruktiv und tatkräftig unterstützen.“ 

Wie reagieren Ihre Gäste auf diese Situation? 

Boos: „Ich werde ständig darauf angesprochen und mit Aussagen von meinen Gästen konfrontiert. Sie stellen auch Fragen und wollen wissen, ob es Neuigkeiten gibt.“ 

Was sagen Sie zum Bürgerbegehren? 

Boos: „Für dieses große Engagament von allen Seiten möchte ich mich als Wirt des Schildbürgers an dieser Stelle herzlichst bedanken. Der sehr persönliche Zuspruch und das tatkräftige Vorgehen der Initiatoren und der Bürger hat mich sehr gerührt.“ 

Macht das Bügerbegehren „Für eine lebendige Altstadt - auch an Abend“ weiter? 

Boos: „Ich bin mir sicher, dass das Bürgerbegehren nach wie vor weitermachen wird.“ Vielen Dank für das Interview Thomas Boos. Mit ihm sprach Alma Jazbec.

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