Corona und Ausgangsbeschränkung

Tipps für Eltern: Wie man mit der besonderen Situation umgehen kann

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Täglich lassen sich die beiden Psychologinnen und Mitarbeiterinnen des psychologischen Fachdienstes von SOS-Kinderdorf, Sandra Dehn (von links) und Bettina Elfert, neue Ideen einfallen, wie sie die Kinderdorffamilien unterstützen können.

Dießen - Trostspender, Motivator und bester Freund in einem: Eltern leisten gerade unglaublich viel. Psychologinnen und Mitarbeiter von SOS-Kinderdorf stehen Eltern mit gutem Rat zur Seite.

Es ist ruhig geworden im SOS-Kinderdorf in Dießen. Hier und da sieht man ein Familiengrüppchen über die Wiese hin zum Wald schlendern, ein anderes Familiengrüppchen findet sich auf dem Schiffsspielplatz ein, eine weitere Familie macht einen Ausflug zur dorfinternen Mediathek. Die Welt hat sich auch hier innerhalb kürzester Zeit völlig verändert: wie alle Kinder dürfen auch die SOS-Kinderdorfkinder nicht ihre Freunde treffen, auch wenn sie im Dorf fast nebeneinander wohnen. Sie dürfen auch nicht ihre leiblichen Familien besuchen. So sind insbesondere die SOS-Kinderdorfmütter und der -vater gefragt – genauso wie Eltern in allen anderen Familien auch. Diese decken nun alle üblichen sozialen Kontakte ab: Lehrer, Motivator, Trostspender, Pausenclown, bester Freund – und häuslicher Krisenstab. Zur Seite stehen den Kinderdorfmüttern und dem -vater die Erzieherinnen, die sich in den Familien aufhalten dürfen. Aber auch der psychologische Fachdienst des SOS-Kinderdorfs steht ihnen zur Seite, wenn auch nicht wortwörtlich. Sandra Dehn, Psychologin und selber Mutter, ist einer der „heißen Drähte“, sozusagen der Telefonjoker für Herausforderungen aller Art in den Familien. 

Das Wichtigste in dieser Situation sei es, den Kindern Sicherheit zu vermitteln, so der Rat der Psychologinnen an Eltern und betreuende Erwachsene. Durch die vielen Änderungen und Beschränkungen der letzten Wochen seien viele verunsichert und durchlebten verschiedenste Emotionen. Dabei spiele vor allem eine gute Tagesstruktur eine Rolle. Neue Rituale könnten geschaffen werden. Zudem sei es wichtig auf die Fragen der Kinder altersgerecht einzugehen. „Sie sollten dabei aber unbedingt bei den Fakten bleiben und sich nicht in Spekulationen verlieren - es ist vollkommen in Ordnung, auf manche Fragen keine Antwort zu kennen“, rät Dehn.

Für sich selber sorgen

„Eltern leisten gerade unglaublich viel“, bemerkt Dehn. Dass es da auch mal Stress gibt, nicht nur mit den Kindern, sondern auch unter den Erwachsenen, ist nicht verwunderlich. Dehn rät den Eltern daher, unangenehme Gefühle rechtzeitig anzusprechen. Wenn es doch zum Streit kommt, sollten die Erwachsenen dies nicht vor den Kindern austragen, um diese nicht noch mehr zu verunsichern. Falls der Konflikt sich nicht lösen lässt, rät sie, sich frühzeitig Hilfe zu holen.

„Grundsätzlich sollten wir nicht vergessen, dass jede Person andere Bedürfnisse in dieser Situation hat und dementsprechend ausprobieren muss, was für sie am besten ist“, meint die Psychologin. Zeiten alleine für sich, Routinen schaffen und mit Angehörigen und Freunden in Kontakt zu bleiben, seien da hilfreich. „Schreiben Sie mal wieder einen Brief“, empfiehlt sie. Und Claudia Reinold rät, sich und anderen Mut zu machen und zuversichtlich zu sein, dass die Zeit kommen wird, wo Alltagsroutinen wieder aufgenommen werden und persönliche Begegnungen wieder stattfinden können.

Von Kreisbote

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