»Wir verlieren einen Star«

Töpfermarkt Dießen trauert um Keramikmeister Fritz Rossmann

Fritz Rossmann mit einigen seiner kunstvollen Arbeiten.
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Fritz Rossmann mit einigen seiner kunstvollen Arbeiten.

Dießen – Der Dießener Töpfermarkt hat den jüngst verstorbenen Keramikmeister Fritz Rossmann als einen großen Vertreter der zeitgenössischen Keramik in Deutschland gewürdigt. 

„Mit ihm verlieren wir einen Star unseres Töpfermarktes. Wir bedauern sehr seinen viel zu frühen Tod“, hebt Marktleiter Wolfgang Lösche hervor. Der mit 63 Jahren verstorbene Rossmann aus Höhr-Grenzhausen in Rheinland-Pfalz hatte an allen Dießener Töpfermärkten der vergangenen 19 Jahre in den Seeanlagen teilgenommen. „Mit seinen kunstvollen Porzellanarbeiten war er ein ganz wesentlicher Aussteller und Herzstück des Töpfermarktes im Süden des Ammersees. Mit Hochachtung vor seiner Leistung als Keramiker und seiner besonderen Persönlichkeit trauern seine Angehörigen, Freunde und Liebhaber seiner Keramik“, wie es in einer Mitteilung heißt.

Rossmann war berühmt für seine „tanzenden Schalen“ aus feinstem Porzellan. Die kleinen Bohrungen der Gefäßwände, die nach dem ersten Brand mit Seladonglasur überzogen wurden, erzeugen eine „himmelszeltene Strahlkraft“. Die meist an der Scheibe freigedrehten Steinzeug- und Porzellangefäße sind von höchster handwerklicher Perfektion, würdigt Lösche.

Rossmann stammt aus der Steinzeugstadt Frechen bei Köln. Gelernt hat er in einer traditionellen Werkstatt im Westerwald. Bei seinen Arbeiten ging es ihm nie um Reproduktionen traditioneller Gebrauchskeramik. Sein Ziel war nicht vorbildliche Formen der Vergangenheit oder anderer Kulturkreise zu wiederholen oder zu adaptieren. Vielmehr wollte er das, „was unsere Bewunderung historischer Keramik ausmacht – sei es eine wunderbare Glasurfarbe auf alten chinesischen Gefäßen der Song-Zeit oder die verwitterte Engobenmalerei der berühmten Kamares-Ware von Phaistos – in seine heutigen, zeitgemäßen Arbeiten aufnehmen und als ästhetisches Mittel verwenden“, schreibt Keramikingenieur und Dozent Wolf Matthes. Die Werke von Rossmann sind in zahlreichen Museen in Deutschland, aber auch in internationalen Häusern zu bewundern, wie beispielsweise im Hetjens Museum in Düsseldorf, im Kunstgewerbemuseum in Berlin, in der Neuen Sammlung in München, im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe, im Ceramics Museum Grimmerhus in Dänemark, im Fule International Ceramic Art Museum in Fuping in China und im Museum of Modern Ceramic Art in Gifu in Japan.

Rossmann wurde zeit seines Lebens mit vielen nationalen und internationalen Preisen und Ehrungen bedacht, so mehrmals mit dem Staatspreis Rheinland-Pfalz, dem Preis der Stadt Hanau sowie Preisen und ehrenvolle Erwähnungen in Japan und Korea.

Von Kreisbote

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