Vier Gemeinden lehnen Beitritt ab – Susanne Lengger im Interview

KönigsCard ab Mai

+
Ab Mai ist die KönigsCard auch hier nutzbar.

Landkreis – Die Gäste im Blauen Land, im Werdenfelser Land und im Allgäu nutzen sie bereits: Die KönigsCard, die ihnen im Urlaub zahlreiche Vergünstigungen bietet. Ende 2016 hat auch der Tourismusverband Pfaffenwinkel den Weg für ihre Einführung freigemacht. Vier Landkreisgemeinden stimmten gegen den Beitritt. Der Kreisbote hat bei Susanne Lengger, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel, nachgefragt.

Wie wurde abgestimmt?

Lengger: „Das Ergebnis in der Tourismusverbandsversammlung war mit 111:5 Stimmen für die Einführung sehr eindeutig.“

Was versprechen sich die Befürworter von der Einführung?

Lengger: „Die KönigsCard kann einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Tourismus im Pfaffenwinkel leisten. Sie stärkt das touristische Angebot durch viele attraktive Leistungen, die die Gäste kostenlos nutzen können. Die Region profitiert durch die Einbindung in das bestehende, funktionierende Netzwerk der KönigsCard-Partner. Image und Bekanntheitsgrad der Region können sich verbessern, touristische Attraktivität und Umsätze in der Region werden gesteigert. Beteiligte Gastgeber können ihren Gästen ein attraktives Angebot bieten, ohne selbst umfangreiche Leistungen anbieten zu müssen. Die KönigsCard ist ein wichtiges Instrument der Kundenbindung. Leistungspartner wie Bäder und Museen können zusätzliche Einnahmen durch zusätzliche Gäste, auch aus benachbarten KönigsCard-Regionen, gewinnen.“

Welche Gemeinden lehnen die Königscard ab und warum?

Lengger: „Die KönigsCard wurde von Habach, Prem, Wessobrunn und Wildsteig abgelehnt. Diese Gemeinden sind der Meinung, dass der Nutzen für die Region zu gering sein könnte, die Gäste zur Nutzung der KönigsCard den Landkreis verlassen und die Wertschöpfung hauptsächlich in anderen Regionen entstehen könnte. Außerdem sind sie der Meinung, dass es für ihre eigene Gemeinde keinen Nutzen bringt, da kein Angebot oder keine Gastgeber vorhanden seien oder es den eigenen touristischen Zielen widerspreche.“

Profitieren von der KönigsCard auch andere Wirtschaftsbereiche?

Lengger: „Vordergründig natürlich die Leistungspartner und beteiligten Gastgeber, aber durch die gesteigerte Attraktivität und Bekanntheit der Region auch alle übrigen Gastgeber und viele andere Wirtschaftsbereiche. Der Tourismus hat positive Auswirkungen auf viele Branchen, nicht nur die Hotellerie und Gastronomie. Zufriedene Gäste empfehlen die Region weiter.“

Welche Leistung müssen die Betriebe erbringen?

Lengger: „Die Gastgeber müssen sich nur für die Einführung entscheiden und können ab Mai KönigsCard-Betriebe werden. Pro Gast ist eine Umlage pro Nacht zu zahlen und eine kleine einmalige Einführungsgebühr.“

Ist die KönigCard auch für kleine Betriebe von Nutzen?

Lengger: „Sie kann insbesondere für kleine Betriebe von Nutzen sein, die selbst kein umfangreiches eigenes Freizeitangebot für ihre Gäste anbieten können.“

Liegen bereits verbindliche Zusagen von Vermietern vor, die KönigsCard freiwillig anzubieten?

Lengger: „Aktuell liegen uns so kurz nach der positiven Entscheidung bereits definitive Zusagen von sieben Gastgebern vor, die die KönigsCard neu anbieten wollen, neben den 16 Anbietern, die schon vorher KönigsCard-Gastgeber waren (in Bad Bayersoien, Bernbeuren, Prem) und zahlreichen Interessenten, die über die Einführung nachdenken.“

Wie finanziert sich die Card?

Lengger: „Die Grundkosten für die Beteiligung trägt der Tourismusverband. Dazu kommt eine Umlage pro Gast und Nacht, aus der die Ausschüttung an die Leistungspartner entsprechend der Zahl der Nutzungen der KönigsCard beim einzelnen Leistungspartner erfolgt.“

Wie hoch sind die jährlichen Kosten für Landkreis und Verband?

Lengger: „Insgesamt knapp 48 000 Euro, davon trägt der Landkreis über die Umlage zum Tourismusverband 30 000 Euro.“

Was sind die nächste Schritte?

Lengger: „Zunächst geht es darum, mögliche Leistungspartner in der Region (Bäder, Museen, Freizeiteinrichtungen) über die Einführung zu informieren und für eine Beteiligung zu gewinnen. Weitere Informationsveranstaltungen für Gastgeber stehen an. Im April erscheint der neue Erlebnisführer, in dem wir mit möglichst vielen Angeboten aus der Region vertreten sein wollen. Ab Mai ist die KönigsCard auch bei den neuen Gastgebern im Pfaffenwinkel erhältlich.“

Das Interview führte Maria Hofstetter.

Auch interessant

Meistgelesen

"Gleis-Goaß" unterwegs in der Region
"Gleis-Goaß" unterwegs in der Region
Faulturm, Stromspeicher und mehr
Faulturm, Stromspeicher und mehr
Zeitgewinn durch Warnsystem
Zeitgewinn durch Warnsystem
Ein Fest für Augen, Mund und Ohren
Ein Fest für Augen, Mund und Ohren

Kommentare