Projekte für 2018 bei Versammlung vorgestellt – Gästeankünfte steigen um 6,4 Prozent

Tourismusverband hat viel vor

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Ein Thema des Jahres 2017: Die Zugsegnung der BRB Pfaffenwinkel.

Landkreis – Größere Aufreger gab es bei der letzten Sitzung des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel, abgesehen von Wessobrunns erneutem Austrittsgesuch (wir berichten), nicht.

Zu Beginn der Versammlung, die im Pettenkofersaal im Gesundheitsamt abgehalten wurde, stellte Geschäftsführerin Susanne Lengger den Geschäftsbericht 2016 vor. Die Übernachtungen stiegen in diesem Bereich um 3,1 Prozent (773 641) und die Ankünfte um 6,4 Prozent (199 556). 91,3 Prozent der Gäste kamen dabei aus Deutschland.

Das sehe zwar auf den ersten Blick nicht so gut aus, sagte Lengger, jedoch könne man aber im Vergleich mit den Nachbarn ganz zufrieden sein. Im Fünf-Seen-Land gab es beispielsweise nur ein Plus von 1,0 Prozent. Ein Rückgang war allerdings bei den kleineren Betrieben zu beobachten, so Lengger. Die vermehrte Schließung solcher Anbieter sei schlecht für die Region.

Was 2017 anbelangt, stehe der Pfaffenwinkel mit einem Plus von 1,9 Prozent bei den Übernachtungen und 1,4 Prozent bei den Ankünften bis einschließlich November auch im Vergleich mit den Nachbarregionen gut da. Im Jahresendergebnis – das heißt mit den Zahlen von Dezember und von den noch fehlenden Privatbetrieben – rechnet Lengger insgesamt mit 775 000 Übernachtungen in 2017.

Mit der Einführung der Königscard, die 2017 erfolgte, seien sie „sehr zufrieden“, sagte Lengger. Zwar seien die circa 25 Gastgeber, die sich im Pfaffenwinkel beteiligen, noch ausbaubar, jedoch seien auch über 20 zusätzliche Freizeit- und Ausflugsziele hinzu gekommen.

Des Weiteren sprach Lengger über die Neuausrichtung des Online-Marketings. Dabei sei ein Ziel die Verbesserung der Online-Buchbarkeit der Gastgeber. Auch kleinere Betriebe sollen auf großen Portalen buchbar sein. Dazu gab es ein Seminar mit Booking.com für Gastgeber und die Einführung eines Channel-Managers zur Anbindung großer Portale und Urlaub auf dem Bauernhof. Realisiert wurde der neue Internetauftritt des Verbandes, der vor Kurzem online ging und in das Partnerframework Oberbayern eingebunden ist. Daraus ergeben sich für die Orte Möglichkeiten wie die neue Gastgebersuche. Peiting nutzt diese bereits auf seiner Seite.

Als weiterer Punkt wurde ein Leader-Kooperationsprojekt zur Erstellung eines Naturtourismuskonzeptes für die Ammer von Lengger vorgestellt. 70 Prozent Förderung durch Leader seien schon bewilligt. 20 Prozent Förderung durch den Bayerischen Naturschutzfonds stehen in Aussicht. Außerdem gibt es die Möglichkeit für eine Beteiligung an einem Interreg-Projekt in Zusammenarbeit mit Regionalmanagement. Das Pilotprojekte dreht sich um das immaterielle Kulturerbe der Lebensmittel im Alpenraum. Unterteilt ist es in drei Schritte: Bestandsaufnahme/Inventarisierung; Weitergabe von Wissen/Erfahrungen (Lengger: „Was die Oma noch wusste“); Touristische In-Wert-Setzung. Mit der Durchführung ist die Hochschule München betraut.Weitere Themen seien 2017 die erfolgreiche Pressereise in Zusammenarbeit mit TOM zum Thema Wasser, die Zugsegnung der BRB Pfaffenwinkel und das neue Design des Dienstwagens gewesen. Für die Ausgabe „Land-

urlaub im Pfaffenwinkel 2018“ laufen die Arbeiten.

Wortmeldungen gab es zum Geschäftsbericht keine, außer von Wessobrunns Bürgermeister Helmut Dinter. Er merkte an, dass die Zahlen zu Übernachtungen und Ankünften in Wessobrunn nicht von der Gemeinde kommen. Des Weiteren sagte er, dass der Verbund ausschließlich auf Massentourismus ausgelegt sei, weswegen seine Gemeinde auch austreten wolle. Bei Landrätin Andrea Jochner-Weiß erkundigte er sich, wie es mit dem Beitritt ihrer Heimatgemeinde Wielenbach in den Verbund aussehe. Jochner-Weiß gab an, dass die Gespräche laufen würden.

Die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan für 2018 wurden von Schatzmeister Georg Bäck vorgestellt (siehe Kasten). Abgesehen von Dinter wurden die Punkte von allen Mitgliedern befürwortet. Er bemängelte, dass die hohen Rücklagen nicht zugunsten einer niedrigeren Verbandsumlage genützt würden (Planmäßiger Rücklagenstand zum 1. Januar 2018: 81 800 Euro). Dinter beantragte, die Umlage wieder auf den Umfang, den sie vor Einführung der Königscard gehabt hatte, zu korrigieren. Der Antrag wurde von den anderen Mitgliedern nicht mitgetragen. Ähnlich erging es ihm bei dem Antrag seiner Gemeinde Wessobrunn auf Austritt aus dem Tourismusverband (wir berichteten). Außer Dinter stimmte niemand dafür.

Als nächste Punkte wurden die Kreisentwicklung, mit der sich der Landkreis aktuell befasst, und die Strategie des Tourismusverbandes besprochen. Eine Strategie für den Verband wird gerade überprüft. Als Erstes ergab sich daraus eine Überarbeitung von Logo und Slogan. Dabei wurde die Schrift modifiziert und der Slogan lautet nun „Pfaffenwinkel Natürlich Oberbayern“. Er könne ab sofort so eingesetzt werden, so Lengger.

Von Sofia Wiethaler 

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