Walter Steffen geht in seinem neuen Film auf "Trüffeljagd"

Low-Budget als Ehrenamt

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Beim Dreh am Wörthsee lenkte Walter Steffen das Boot, in dem Stefan Wilkening die Geschichte über Troja am See las.

Seeshaupt – Troja liegt am Wörthsee, eine Katze betet am Altar und die Wildsau Veronika legt einen flotten Schuhplattler hin: Walter Steffens neuer Film geht auf "Trüffeljagd" in der Region. 

Seeshaupt – Ein Schwein schnüffelt sich durch das Fünfseenland. Doch nicht essbare Trüffel sind sein Ziel, sondern Geschichten. Außergewöhnliche Geschichten, die Walter Steffen, der in Seeshaupt lebt, in seinem neuesten Film nach der Vorlage von Gerd Holzheimer erzählt. Dabei lesen Prominente wie Christian Tramitz oder Thomas Darchinger. Bis zum 3. August – zur Premiere am Fünf Seen Filmfestival – muss der Film fertig sein. 


„Trüffeljagd im 5Seenland“ besteht aus mehreren Geschichten. Wie hängen sie zusammen? 

Walter Steffen: „Sie stammen alle aus der Region. Manche sind alt, manche aktuell. Das verbindende Element ist das Trüffelschwein.“ 

Es läuft ein Schwein durch den Film? 

Steffen: „Leider konnten wir kein echtes auftreiben. Wir hätten zwar in Seeshaupt eins gefunden, aber das war so dick, dass es nicht mehr laufen konnte. Nun ist im Film ein imaginäres Schwein auf den Spuren von Gerd Holzheimers Notizen. Das sind übrigens die echten.“ 

Sie setzten auf das Crowd-Sponsoring, bei dem jeder mit einem kleinen oder großen Betrag den Film unterstützen kann. Warum? 

Steffen: „Es gibt keine wirkliche Kulturförderung mehr. Das ist ein Problem, das alle Kulturschaffenden betrifft.“ 

Reich werden Sie mit dem Film also nicht? 

Steffen: „Nein. Ich mache auch größere Filme. Davon kann ich leben. Die Low-Budget-Produktionen sehe ich als Ehrenamt.“ 

Was wollen Sie damit erreichen? 

Steffen: „Es freut mich, wenn ich Leuten etwas zeigen kann, was sie noch nicht kennen.“ 

Warum haben Sie sich dafür entschieden, dass die Geschichten vorgelesen werden? 

Steffen: „So was gab es noch nie. Es ist ein ganz neuer Ansatz. Die Vorleser sitzen an den Schauplätzen in einem Stuhl.“ 

Wie haben Sie die Vorleser ausgewählt?

Steffen: „Manche wurden mir empfohlen, manche hatte ich bereits im Hinterkopf. Tatsächlich wollten sie alle sofort mitmachen – ohne Gage.“ 

Hatten Sie anfangs Zweifel? 

Steffen: „Wenn man nicht zweifelt, kann man nicht besser werden. Aber die Zweifel wurden weniger. Jetzt sehe ich, dass es funktioniert.“ 

War das Drehen spannend? 

Steffen: „Wenn man in einem Abenteuer ist, merkt man nicht, dass man in einem ist. Erst danach. Ich kann in der Region immer wieder etwas Neues entdecken.“ 

Was war das Interessanteste? 

Steffen: „Es passierten mehrere außergewöhnlich poetische Dinge. Beispielsweise durften wir in einer Kirche nicht lesen und suchten in der leeren Kirche nach einem Motiv, das zur Geschichte passt. Plötzlich kam eine Katze rein, setzte sich an den Altar und fing an zu ‘beten’. Im Film passt das Bild genau zur Geschichte.“ 

Also eher die kleinen Dinge?

Steffen:  „Im ganz normalen Alltäglichen liegt das Besondere. Wir haben die Trüffel gefunden, nach denen wir gesucht haben.“


Jetzt unterstützen

Wer den Film unterstützen will, kann dies auf www.startnext.de/trueffeljagd. Für Spenden gibt es als Dankeschön beispielsweise unterschriebene Poster und DVDs. Am 3. August feiert der Film Premiere auf dem Fünf Seen Filmfestival. Am 17. Oktober kommt „Trüffeljagd im 5Seenland“ in einige Kinos der Region, z.B. in Weilheim, Murnau und Schongau.

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