Steigende Fallzahlen auch in Weilheim-Schongau

Offene Tuberkulose im Landkreis

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Wer Fragen zu diesem Thema hat, kann sich an das Gesundheitsamt wenden.

Landkreis - Das Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau ermittelt aktuell in einem Fall von offener Tuberkulose an der Berufsschule Weilheim.

Bei einem 19-jährigen Asylbewerber aus Eritrea, der an der Berufsschule Weilheim unterrichtet wird, wurde Mitte Januar eine offene und damit potentiell ansteckungsfähige Lungentuberkulose diagnostiziert. Der Erkrankte wurde daraufhin unmittelbar in stationäre Behandlung in einem Münchner Klinikum isoliert und behandelt. Zwischenzeitlich ist eine deutliche Besserung des Befindens eingetreten.

Nunmehr führt das Gesundheitsamt eine routinemäßige Umgebungsuntersuchung bei Mitschülern, Lehrern und weiteren engen Kontaktpersonen des Erkrankten durch.

„Insgesamt 30 bis 40 Personen aus dem engeren Umfeld des Erkrankten wurden erfasst und werden in den nächsten Wochen vom Gesundheitsamt angeschrieben und zur Untersuchung eingeladen.“, so Dr. Stefan Günther, zuständiger Mediziner im Gesundheitsamt.

Die Untersuchung besteht in einem Bluttest auf den Tuberkuloseerreger und einer Befragung der engen Kontaktpersonen. „Für uns ist jeder Fall von offener Tuberkulose mit akribischer Ermittlungsarbeit verbunden um möglichst alle Kontaktpersonen zu finden.“ so Dr. Günther weiter. Häufig bestehen auch Unsicherheiten und Ängste, die durch die Mitarbeiter des Gesundheitsamts im Gespräch geklärt werden“ Kontaktpersonen sind oftmals verwundert, weil einige Wochen ins Land gehen, nachdem die Erkrankung bekannt wurde bis sie zum Test eingeladen werden. „Das ist aber ganz normal, weil der Test erst sechs bis acht Wochen nach dem letzten Kontakt sicher aussagekräftig ist.“, sagt der Mediziner.

Etwas besorgt blicken die Ärzte des Gesundheitsamts auf die Entwicklung der Fallzahlen bei Tuberkulose. Während man bis 2014 kontinuierlich fallende Zahlen von Neuerkrankungen hatte mussten in den Jahren 2015 und 2016 erstmals seit langem wieder steigende Fallzahlen beobachtet werden.

„Eine bundesweite Entwicklung, die auch vor dem Landkreis Weilheim-Schongau nicht Halt macht. Während wir im Landkreis in den Jahren 2013 und 2014 zwei beziehungsweise vier Fälle von TBC beobachtet haben, sind es 2015 15 und 2016 13 Fälle, was auch mit der Migrationswelle in diesen beiden Jahren zusammenhängt.“ sagt Dr. Günther. Umso wichtiger ist die gute Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden mit den niedergelassenen Ärzten und den Krankenhäusern um die Krankheit im Zaum zu halten.

Rückfragen können unter Tel. 0881/6811600 gestellt werden.

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