Turmtheater Regensburg zu Gast im Stadttheater Weilheim

"Offene Zweierbeziehung"

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Antonia ist in ihrer Ehe nicht glücklich, denn ihr Mann geht fremd: Die drei Akteure der Inszenierung „Offene Zweierbeziehung“auf der Bühne im Stadttheater.

Weilheim – Mit dem Stück „Offene Zweierbeziehung“ von Dario Fo und Franca Rame konfrontierten die Schauspieler des Turmtheaters Regensburg ihr Publikum in Weilheim mit Fragen nach den Geschlechterrollen, Beziehungsmodellen und der Ehe.

Und diese Fragen bestimmten die gesamte Handlung, welche als ein Diskurs zum Thema oder als eine, auf die Bühne gebrachte Beziehungstherapie gesehen werden kann. Dabei durchbrachen die Schauspieler auch die vierte Wand und bezogen das Publikum mit ein. Zum Inhalt: Antonia ist zutiefst unglücklich, denn ihr Mann geht fremd. Um seine Aufmerksamkeit zu erlangen, will sie sich jeden Donnerstag, mit immer neuen Varianten – wie aus dem Fenster springen oder Pillen schlucken – umbringen. Wie ernst ihr es damit wirklich ist bleibt offen, denn ihr Mann hält sie jedes Mal davon ab. Er schafft es aber nicht, das Fremdgehen bleiben zu lassen. Er will das Vergnügen und Antonia Liebe und Leidenschaft. Die Situation wird nicht besser, als er eine offene Ehe vorschlägt. Antonia willigt zwar ein, kommt mit der Situation aber nicht klar. Als sie endlich einen Schlussstrich ziehen will, sich eine eigene Wohnung sucht und einen Liebhaber, stellt ihr Mann plötzlich fest, dass er sie zurück haben will. Er belagert seine Frau und es sieht so aus, als ob Antonia nachgibt und zu ihm zurück kommt, nachdem er die gleiche Masche wie sie zuvor abzieht und mit Selbstmord droht. Als er sich in Sicherheit ob ihrer Rückkehr wägt, zeigt sich, dass er nichts gelernt hat und seine Frau nur hinters Licht führt. Die Aussage: Fremdgehen ist für Männer in Ordnung, nicht aber für Frauen. Antonia dreht letztlich den Spieß um und verlässt ihren Mann für ihre neue Liebhaberin.

Für die Umsetzung wurde ein schlichtes Bühnenbild gewählt, sodass nichts von den Darstellern ablenkte. Als Stilmittel zur Darstellung von Situationen, Gefühlen und als verbindendes Element flossen Musikstücke ein. Waren diese in der ersten Hälfte des Stückes noch auf Akustikgitarre und Gesang beschränkt, wurde es in der zweiten unter anderem mit E-Gitarre und Posaune, passend zur geänderten Beziehungskonstellation, rockiger und abwechslungsreicher.

Die Aufgabe Antworten zu den Fragen des Stückes zu finden, bleibt letztlich dem Publikum überlassen. Klar ist nur, offene Zweierbeziehungen funktionieren nicht, wenn diese Offenheit nur für einen Partner gilt.

Von Melanie Wießmeyer

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