Vereinsspitze frustriert über Rückzieher der Stadt

Aus für Turnhalle trifft TSV ins Mark

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"Man gibt uns keinerlei Planungssicherheit." Walter Kurzrock, Dieter Pausch und Alfred Falk (v.li.) am TSV-Sportzentrum in der Pollinger Straße. Die Realisierung einer Dreifachsporthalle sieht  Pausch jetzt als „Pflichtaufgabe der Stadt“.

Weilheim – Der TSV sah sein Projekt Dreifachsporthalle schon auf einem guten Weg, sogar ein Bauplatz nahe der Stadthalle war gefunden. Umso entsetzter reagierte die TSV-Führung auf die Nachricht, dass die Stadt für diese „freiwillige Leistung“ bis 2020 keinen Euro aufbringen kann.

„Mit uns hat keiner geredet“, empört sich TSV-Chef Dieter Pausch über „politische Floskeln“ und „unverbindliche Absichtserklärungen“, mit denen die Entscheidung gegenüber dem TSV begründet worden waren. Dabei hätten alle Fraktionen die Sporthalle in ihrem Wahlprogramm gehabt. Seit eineinhalb Jahren werde die Planung mit der Stadt intensiv erörtert. Beim Pressegespräch in der Geschäftsstelle sitzen Walter Kurzrock, Handball-Abteilungsleiter und Referent für die neue Sporthalle sowie Alfred Falk, Beisitzer im Bereich Liegenschaften, mit am Tisch. Ihr Frust ist groß: „Die Akkus sind leer“, sagt Pausch.

Obwohl Weilheims Bevölkerung wächst und viel gebaut wird, fehle ein transparenter Stadtentwicklungsplan, der Sport und Freizeit beinhaltet, kritisiert Pausch.

Der TSV mit aktuell 4 300 Mitgliedern habe seine Hausaufgaben gemacht. Als BLSV-Verein hätte der TSV Fördergelder von 820 000 Euro plus 420 000 Euro zinsgünstigem Darlehen nach Weilheim geholt und weitere 420 000 Euro Eigenmittel geleistet, rechnet Pausch vor. Äußerungen in der Haushaltssitzung des Stadtrates, der TSV hätte sich an der mit 5,8 Mio. Euro veranschlagten Halle höher beteiligen müssen, weist er entschieden zurück: Für das Sportzentrum hatte der TSV bereits 1,13 Mio. Euro selbst eingebracht.

Nachmittags sind alle Sporthallen ausgebucht, Trainingsmöglichkeiten fehlen. Für Kurzrock, Pausch und Falk steht außer Zweifel, dass sich die angespannte Situation für den TSV weiter verschärfen wird.

Und jetzt? Pausch führt drei Pläne ins Feld: An der Halle dran bleiben und eine mögliche Kooperation mit der Waldorfschule ausloten, die Am Hardt gebaut werden soll. Plan B wäre ein Anbau am TSV-Sportzentrum in Richtung Jahnhalle für Gesundheits- und Fitnessräume. „Alles weiterlaufen lassen und schauen, dass Liegenschaften und Qualität erhalten bleiben“, wäre Plan C. Die Verärgerung darüber, dass die Stadt aus Sicht des TSV „nur noch reagiert, anstatt gezielt zu agieren“, steht Pausch ins Gesicht geschrieben. Das Argument, dass die Halle hinter anderen Projekten zurückstehen muss, da sonst Zuschüsse verfallen würden, lässt er nicht gelten.

Maria Hofstetter

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