Dokumentarfilm "Ü100" zeigt acht über Hundertjährige – Seeshaupterin mit dabei

Mutig, witzig, weise – und über 100

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Die 104-jährige Erna aus Seeshaupt.

Seeshaupt – Im Kino-Dokumentarfilm „Ü100“ von Dagmar Wagner sprechen acht über Hundertjährige über ihre aktuelle Lebenswelt. Bundesweiter Kinostart ist am Donnerstag, 6. April, pünktlich zum Internationalen Tag der Älteren Generation.

„Was für eine Freude ist es, diesen über Hundertjährigen zuzuschauen! „Ü100“ wirft einen positiven und ermutigenden Ausblick auf die spätere Lebensphase und kann uns in der Auseinandersetzung mit dem eigenen Älterwerden inspirieren“, betont Bayerns Sozialministerin Emilia Müller, die ihren Besuch zur Filmpremiere angekündigt hat.

Der Film ist kein depressiver Alters-Blues, sondern ein Einblick in eine immer noch reiche Lebenswelt: Die 102-jährige Ruja setzt sich ans Klavier und spielt Mozart. „Ich spüre nicht, dass ich älter werde“, sagt sie. Ernst, ebenfalls 102, hat kürzlich einen Einbrecher in seinem Haus zuerst verarztet und dann rausgeworfen. Erna (Seeshaupt), 104, liebt Fußball und zittert für ihren Lieblingsverein. Und die 103-jährige Anna sei jetzt „reif für den Untergang“ und lacht dabei.

Die acht Protagonisten strahlen große Gelassenheit und innere Freiheit aus. Das gelebte Leben ist angenommen, nichts wird mehr auf Effizienz, Perfektion und Selbstdarstellung getrimmt. Jenseits allen Unterhaltungswerts gewährt „Ü100“ auch einen Blick in die Zukunft: Die Hälfte aller Deutschen mit Geburtsjahr 2000 oder später hat eine gute Chance, 100 Jahre alt zu werden. 2060 werden mehr als zehn Mal so viele Hundertjährige leben wie heute. „Ü100“ beweist: Altwerden ist kein Mangel. Mit Heiterkeit und ohne Pathos schildern die acht über Hundertjährigen ihr momentanes Leben und beeindrucken mit echter Authentizität. Die 83 Filmminuten wirken wie ein Tag Urlaub, eine Reise in ein unbekanntes Land mit großem Erholungseffekt: Denn für die auf Effizienz und Perfektion getrimmte Gesellschaft können Einblicke in das Leben Hochaltriger heilsam sein. Wenn sich das Leben fast ausschließlich auf die reine Existenz beschränkt, bleibt für Eitelkeiten kein Raum mehr.

Gezeigt wird der Film auch im Tutzinger Kurtheater und im Penzberger Kino.

Von Kreisbote

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