Tobias, Christian und Michael Radiske über das Leben als Drilling

"Man ist nie allein"

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Eines der wenigen gemeinsamen Fotos, hinten v. li. Tobias und Michael Radiske. Vorne Christian Radiske.

Landkreis – Was gibt es als Kind Schöneres, als immer zwei Spielkameraden im gleichen Alter zu haben, die auch noch im selben Haus wohnen? So wuchsen die 24-jährigen Drillinge Christian (angehender Schreinermeister), Tobias (Student Chemie-Bioingenieurwesen) und Michael (Chemisch-technischer Assistent) Radiske auf. Darüber, über die Vor- und Nachteile des Drillingsdaseins und wie sich ihre Beziehung mit den Jahren verändert hat, haben die drei mit Kreisbotenvolontärin Sofia Wiethaler gesprochen.

Ab wann haben Sie realisiert, dass Sie Drillinge sind?

Tobias: „Direkt bewusst geworden ist es mir nie, das war einfach immer so.“ 

Michael: „Das kann ich gar nicht so wirklich sagen. Ich habe das nie als so aufregend empfunden. Mir ist es nur aufgefallen, wenn ich mit anderen Leuten darüber gesprochen habe.“

Merken Sie einen Unterschied zwischen Ihrer Beziehung unter einander und der zu Ihrer Schwester?

Tobias: „Nein, eigentlich nicht.“ 

Christian: „Es ist eher so, dass wir ein bisschen auf unsere kleine Schwester schauen. Mit uns Dreien war es nicht immer leicht für sie.“

Michael: „Vielleicht ist es eine andere Beziehung, weil unsere Schwester jünger ist. Damit, dass wir Drillinge sind, hat das eher weniger zu tun.“

Haben Sie gemeinsame Hobbies?

Christian: „Ja, wir spielen beim selben Verein und in der selben Mannschaft Fußball.“

Hat sich Ihre Beziehung im Laufe der Jahre verändert?

Christian: „Mir ist schon eine Veränderung aufgefallen. Als Kinder waren wir immer zusammen. Durch die Schule ging es dann etwas auseinander und als Jugendlicher hatte dann jeder seine eigenen Interessen. Aber jetzt schätzen wir die gemeinsame Zeit wieder mehr. Außerdem gehen wir jetzt reifer miteinander um.“

Michael: „In der Pubertät haben wir uns ein bisschen ge- zankt, aber das hat sich wieder gelegt. Ich glaube, das ist bei jeder anderen Familie auch so.“

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Ihnen?

Tobias: „Wahrscheinlich schon, es fällt uns aber untereinander nicht auf.“

Christian: „In der Kombi zu dritt gleichen wir uns saugut aus.“

Michael: „Ich würde sagen, ich bin ein Zwischending aus meinen Brüdern. Ich habe von beiden etwas Negatives und etwas Positives.“

Haben Sie gemeinsame Freunde?

Christian: „Ja vor allem zuhause, alleine durch das Fußball spielen. Früher sind auch viele Kinder zu uns zum Spielen gekommen. Das war praktisch, mit drei Leuten mehr hatte man gleich eine Fußballmannschaft zusammen.“

Michael: „Daneben hat dann jeder noch seine eigenen Freunde. Zum Beispiel die Leute, die mein Bruder beim Studium kennenlernt.“

Wie reagieren andere Personen, wenn sie hören, dass Sie Drillinge sind?

Tobias: „Irgendwann kommt immer die Frage nach Geschwistern. Wenn ich dann sage, dass ich zwei Brüder habe, die genauso alt sind wie ich, checken es die meisten erst nicht. Dann kommt oft ‚Das gibt´s doch gar nicht‘. Und ich werde immer nach einem Foto gefragt.“

Christian: „Und hast eins?“

Tobias: „Natürlich nicht.“ (lacht)

Michael: „Die Leute reagieren sehr überrascht. Ich empfinde es aber nicht als so besonders. Am Anfang hat man mir nie geglaubt, dass ich ein Drilling bin.“

Vergleicht man Sie oft miteinander?

Christian: „Das ist schon so. Von Außenstehenden wird man zwangsläufig miteinander verglichen. Innerhalb der Familie war das aber nie so.“

Tobias: „Untereinander vergleichen wir uns auch nicht.“

Gibt es Vor- und Nachteile als Drilling?

Christian: „Ein Vorteil ist, dass man nie alleine ist. Es ist nie langweilig, vor allem, wenn man die selben Interessen hat. Direkte Nachteile sehe ich nicht. Wir sind froh, dass wir Drillinge sind.“

Michael: „Ich muss zwar nicht jedes Mal hören `Wow wirklich‘, wenn jemand mitkriegt, dass ich ein Drilling bin, einen direkten Nachteil sehe ich aber auch nicht. Vorteile gibt es in unserem Alter nicht mehr so viele, früher hat man im Urlaub noch ein Eis geschenkt bekommen.“ (lacht)

Und wie ist es, die kleine Schwester von Drillingen zu sein? Dazu hat Eva Radiske Auskunft gegeben.

Wie ist es, die kleine Schwester von Drillingen zu sein?

Eva: „Für mich macht es keinen Unterschied, dass sie Drillinge sind. Ich bin es gewohnt. Dadurch, dass ich jünger bin, bin ich damit aufgewachsen.“

Hieß es früher oft „die kleine Schwester von den Drillingen“?

Eva: Das ist heute immer noch so.“ (lacht)

Gibt es einen Unterschied zwischen Ihrer Beziehung zu Ihren Brüdern und der von Freunden zu Ihren Geschwistern?

Eva: „Nicht wirklich. Für mich sind sie alle meine großen Brüder.“

Vielen Dank für das Gespräch.

von Sofia Wiethaler

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