Industriedenkmal auf dem Gelände der Erdfunkstelle: Geschäftsführer der Radom Raisting GmbH René Jakob zieht Bilanz

Heizkosten sind der größte Faktor

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Mit dem Radom begann vor über 50 Jahren die globale Kommunikation via Satellitenfunk. Unter der riesigen weißen Traglufthülle steht die älteste Antenne.

Raisting – Der 10  000. Besucher wurde 2017 im Raistinger Radom willkommen geheißen. René Jakob, Geschäftsführer der beim Landratsamt Weilheim-Schongau angesiedelten GmbH, gab in der jüngsten Kreistagssitzung einen weiteren Überblick über die Geschehnisse im vergangenen Jahr.

Zwischen 2010 und 2012 wurde das Industriedenkmal auf dem Gelände der Erdfunkstelle südlich von Raisting generalsaniert (wir berichteten). Anstatt der dafür veranschlagten 3,6 Millionen Euro wurden lediglich 2,4 Millionen Euro benötigt. „Damals wurden sehr gute Beschlüsse gefasst“, erklärte Jakob in der Kreistagssitzung. Das liege unter anderem daran, dass die Pläne, ein Museum im Radom einzurichten, nicht weiterverfolgt worden seien.

200 000 Euro habe der Landkreis Weilheim-Schongau übernommen, rund 958 000 Euro kamen vom Landesamt für Denkmalschutz. Die Instandhal tungskosten nehmen beim Radom einen großen Posten ein. „2008 haben wir so viel Energie verbraucht wie 100 Einfamilienhäuser“, verdeutlichte der Geschäftsführer.

Eine besondere Herausforderung ist dabei immer der Winter, denn das Bauwerk muss mindestens fünf Grad Celsius haben, damit es erhalten werden kann. Die schwankenden Heizkosten stellen finanziell immer ein gewisses Risiko dar. Plan müsse es daher sein, die Rücklagen zu erhöhen und dadurch die Liquidität zu verbessern, führte Jakob aus.

Vor allem die Gruppenführungen durch das Radom kämen in der Bevölkerung gut an, immerhin sei es einzigartig. „Wir wollen die Besucher informieren, unterhalten und beeindrucken“, so Jakob. Um den Besucherbetrieb kümmern sich die Pfaffenwinkler Kulturführer und der Förderverein. Über den Winter bleibt das Radom geschlossen. Für die Einrichtung eines Museums – hier gibt es schon seit Jahren Unstimmigkeiten zwischen dem Förderverein und der GmbH – würden immer noch Pläne existieren. „Das würde aber viel Geld kosten“, gab Jakob zu bedenken.

Die Raisting GmbH ist eine100-prozentige Tochter des Landkreises. Die weltweite Übertragung der ersten Mondlandung 1969 wäre ohne die Erdfunkstelle in Raisting nicht möglich gewesen.

Von Astrid Neumann

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