Überteuerte Schlüsseldienste zocken ab

Kostspielige Hilfe

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Wer sich aussperrt und einen Schlüsseldienst benachrichtigt, sollte sich mit überteuerten Rechnungen nicht über den Tisch ziehen lassen.

Landkreis – Zack und schon ist es passiert! Einen Augenblick nicht aufgepasst und die Tür knallt hinter einem zu. Den Schlüssel verloren oder in der Wohnung vergessen: Wem erging es nicht einmal so? Für viele ist der Schlüsseldienst die einzige Möglichkeit, Hilfe zu holen. Wenn dieser auch noch eine viel zu überteuerte Rechnung stellt, ist der Ärger oftmals groß.

So ähnlich erging es einer 56-jährigen Weilheimerin vergangene Woche. Die Haustür der Frau ließ sich mit ihrem Schlüssel nicht öffnen, woraufhin sie über das Internet einen Schlüsseldienst kontaktierte. Kurz darauf kamen zwei Männer, die den Schließzylinder austauschten. Die anschließende Rechnung betrug über 1 000 Euro, die von der Weilheimerin beglichen wurde.

Die Rechnung kam der 56-Jährigen im Nachhinein zu hoch vor, weshalb sie den Vorfall der Polizei Weilheim mitteilte. Diese nahmen mit dem Mitarbeiter des Schlüsseldienstes Kontakt auf.

Der Mitarbeiter verwies darauf, dass die Dame im Vorfeld gegen Unterschrift den Tätigkeiten und Kosten zugestimmt habe. Eine spätere Recherche ergab, dass gegen den 20-jährigen Mitarbeiter bereits sechs Anzeigen wegen Wucher vorliegen.

Vor so einer „Wucherrechnung“ stand auch ein 59-Jähriger aus Obersöchering. Ein unbekannter Täter hatte vergangene Woche den Schließzylinder eines Türschlosses so beschädigt, dass der Obersöcheringer seine Haustüre nicht mehr aufsperren konnte.

Daraufhin verständigte er einen Schlüsseldienst, der eine gute Stunde später vor Ort erschien. Nachdem der Mitarbeiter des Schlüsseldienstes die Tür geöffnet und das Schloss ausgetauscht hatte, präsentierte er dem Geschädigten eine Rechnung über 750 Euro. Der in seiner Notsituation überrumpelte Obersöcheringer konnte jedoch nur 650 Euro bezahlen, weshalb die Rechnung „großzügig“ nach unten auf diesen Betrag korrigiert wurde.

Bei der näheren Überprüfung stellte der 59-Jährige fest, dass ihm außer einem Abendzuschlag auch die Sonn- und Feiertagszuschläge berechnet wurden. Die Polizeiinspektion Penzberg leitete daraufhin ein Strafverfahren gegen den Schlüsseldienstbetreiber wegen Wucher ein. Harald Schmid, Polizeioberkommissar in Weilheim, rät in solchen Fällen: „Klären Sie vorher ab, wie hoch die Kosten sein werden. Lesen Sie vor der Unterschrift alles genau durch, besonders das Kleingedruckte. Scheuen sie sich nicht, die Polizei hinzuzuziehen.“

Von Kreisbote

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