Umfahrung Huglfing: Oberhausen verärgert über Trasse im Bedarfsplan

"Wir wollen diese Lösung nicht!"

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Oberhausens Bürgermeister Thomas Feistl befürchtet, dass die von Huglfing favorisierte Umfahrung auf der B 472 umgesetzt wird, „wenn sie erst mal im Bedarfsplan drin steht“.

Oberhausen – Bei einer Besprechung im Staatlichen Bauamt Weilheim erlebten der Oberhausener Bürgermeister Thomas Feistl (Parteifreie Wählerschaft) und sein Stellvertreter Rudolf Sonnleitner (CSU) eine faustdicke Überraschung: Von Amtsleiter Michael Kordon erfuhren sie, dass das „Projekt B 472 Ortsumfahrung Huglfing“ im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015 bereits mit der von Huglfing favorisierten Variante aufgeführt ist.

„Uns wurde Anfang August im Staatlichen Bauamt Weilheim eine Grobplanung vorgelegt, die 1:1 den Streckenverlauf der Huglfinger Studie wiedergibt“, entrüstete sich Feistl in einem Gespräch mit dem Kreisboten. „Wir wollen diese Trassenführung nicht haben“, bekräftigte er. Als Feistl den Gemeinderat kürzlich über den Plan informierte, empörte sich das Gremium und stimmte geschlossen dagegen. 

Die von Huglfing befürwortete Trasse verlässt kurz nach der Kreuzung Oberhausen/Berg die B  472, führt unter der Bahn rechts am Kreuzbichl vorbei in Richtung Aussiedlerhof Albrecht und mündet nahe der Kiesgrube in die B 2, erklärte Feistl auf Nachfrage. Die Gemeinde Huglfing hat, wie bereits berichtet, eine Vorstudie zur Umfahrung finanziert. Beide Nachbarn haben gemeinsam „verschiedene Trassen überlegt und angeschaut“. Ein mit Huglfinger und Oberhausener Gemeinderäten besetzter Arbeitskreis zum Thema ist zwischenzeitlich aber „ins Stocken geraten“, wie es Feistl formuliert. 

In einem Brief an Politiker und Behördenvertreter fordern die Oberhausener jetzt erneut eine ortsferne Lösung. In dem der Redaktion vorliegenden Schreiben an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, die Landtagsabgeordneten Harald Kühn, Florian Streibl und weitere Adressaten heißt es, dass die Umleitung des Huglfinger Schwerlastverkehrs unumstritten sei. Eine ortsnahe Umgehungstrasse widerspreche aber sogar den Leitgedanken der bayerischen Straßeninfrastruktur, die ganz klar den Erhalt und eine nachhaltige Verbesserung zum Ziel hätten. Als Alternative zur „kategorischen Ablehnung“ der Huglfinger Variante sprechen sich die Oberhausener für eine „kostengünstige und umweltschonende, ortsferne Umgehung“ aus. Sie schlagen vor, den Durchgangsverkehr über B 2 und Weilheimer Südspange auf die Staatsstraße 2058 in Richtung Peißenberg zu lenken. Den Zeitaufwand für die knapp drei Kilometer längere Strecke, „die allerdings attraktiv gestaltet werden müsste“, hält Feistl für „minimal“, da der Bahnübergang in Huglfing ohnehin häufig geschlossen sei. 

Die im BVWP 2015 vorgelegte Trassenführung für Hugl- fing beurteilen die Oberhausener Nachbarn äußerst kritisch: Hochmoore mit seltenen Bäumen und Sträuchern seien in Gefahr, landwirtschaftlich genutzte Flächen würden zerstört und der Ortsteil Berg durch die Trassenführung von der Hauptgemeinde Oberhausen abge- trennt, wird in dem Schreiben kritisiert. Ein Naherholungsgebiet, das Oberhausener und und auch Huglfinger Bürger sehr gerne in Anspruch nehmen, würde dem Straßenbau geopfert werden, beklagt Feistl und weist auf Lärmbelästigungen der Anwohner in dem steil ansteigenden Gelände hin. Die kritisierte Trassenführung verläuft in weiten Bereichen auf Oberhausener Flur. Einige der landwirtschaftlich genutzten Grundstücke befinden sich auch im Besitz der Gemeinde. „Einem Verkauf oder einer Abtretung dieser Flächen würden wir auf keinen Fall zustimmen“, steht für Rathauschef Feistl fest. Sein Schreiben an Politik und Behörden endet mit dem Satz: „Die im BVWP 2015 genannte Variante kommt für uns auf keinen Fall in Betracht!“ 

Ob die Oberhausener jetzt eine eigene Planung in Betracht ziehen? Laut Feistl wird darüber diskutiert. „In erster Linie handelt es sich aber um eine Umfahrung für Huglfing“, sagt Feistl. Die endgültige Entscheidung darüber, ob die Huglfinger Umgehung bei der Fort- schreibung des Bundesverkehrswegeplanes in den dringlichen Bedarf aufgenommen wird, fällt 2015.

Von Maria Hofstetter

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