Gegner einer Weilheimer Umfahrung überbringen Bürgermeister Loth 2 582 Unterschriften

"Jede Trasse wird hinterfragt"

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Beide BI positionierten sich „gegen einen weiteren Flächenverbrauch und die Zerstörung von Wohnlagen, Naturlandschaft und Freizeitmöglichkeiten“. V.li.: Kathrin Hauser, Jakob Promberger, Johann Seemüller, Beate Modl, Josef Niedermaier, Sissi Windele, Oskar Handow (BI); Bürgermeister Markus Loth; Michael Kordon und Sven Maertz, Staatliches Bauamt Weilheim; dritte Bürgermeisterin Angelika Flock; Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder und Peter Höldrich, BI.

Weilheim – 2 582 WeilheimerInnen haben auf den Listen unterschrieben, welche die Bürgerinitiativen (BI) „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen“ am Mittwoch Bürgermeister Markus Loth überreichten.

Die beiden BI sind gegen eine Umfahrung Weilheims im Osten wie im Westen und fordern stattdessen, dass die Nutzung der bisherigen Trasse mittels einer Unterfahrung „offen und gewissenhaft geprüft“ wird. „Vor allem auch deswegen“, betonten ihre Vertreter bei der Übergabe im Rathaus, weil an der aktuellen B 2 „in der ersten Reihe kaum Wohnbebauung zu finden ist“. Marnbacher und Deutenhausener fürchten im Falle einer Ostumgehung einen weiteren Anstieg ihrer Verkehrsbelastung.

Michael Kordon, Leiter des Staatlichen Bauamtes Weilheim, war mit dem zuständigen Abteilungsleiter Straßenbau Sven Maertz bei dem Termin zugegen und erklärte: Aufgabe seines Amtes, das vom Bund den Planungsauftrag erhalten hat, sei es, alle Varianten zu untersuchen und abzuwägen mit dem Ziel, die B 2 verkehrsmäßig zu entlasten. Für den Planungseinstieg seien die Daten der Bundesverkehrszählung 2015 notwendig, die in den nächsten Monaten vorliegen sollen. Aufgrund neuer Rahmenbedingungen, baulicher Änderungen und Zwänge müssten alle Trassen hinterfragt werden. Im Idealfall bleibe eine Variante zur Weiterverfolgung übrig, die allerdings auch „ihre Macken haben wird“, so Kordon, denn: „Eine 100-prozentige Zustimmung gibt es nicht.“ Auf die Frage der BI-Vertreter, wann die Bürger an dem Prozess beteiligt werden, antwortete Kordon: „Wir stehen erst ganz am Anfang und brauchen einen gewissen Kenntnisstand.“ Die Planung werde im Dialog mit der Stadt erfolgen, später seien Bürgerversammlungen möglich. Für Fachdiskussionen sei es noch zu früh.

Eine „Frontenbildung“ sei nicht zielführend, wandte sich der Bürgermeister an die Umfahrungsgegner, die ihren Unmut über die bisherige Vorgehensweise zum Ausdruck brachten und über mangelnde Transparenz klagten. Er halte weiter an einer Entlastungsstraße fest, die Entscheidung für eine Trasse könne aber erst nach neutraler Prüfung aller Varianten getroffen werden. Den Vertretern beider BI versprach Loth: „Zwischen Pfingsten und der Sommerpause werden Stadt und Bauamt Sie wieder über den aktuellen Stand informieren. Wir bleiben im Gespräch.“

Ob die endgültige Trassenwahl über einen erneuten Stadtratsbeschluss erfolgen wird, wurde seitens der BI nachgehakt. Darauf Kordon: „Die B 2 ist eine Bundesstraße. Der Vorschlag des Staatlichen Bauamtes wird mit einer Stellungnahme der Stadt nach Berlin geschickt.“ Erfahrungsgemäß werde eine Straße aber nicht gegen den Willen der Kommune gebaut.

Von Maria Hofstetter

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