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Umfahrung Weilheim: Bürgerinitiative fordert Befragungsstopp

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Von: Stephanie Novy

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Wegweiser Falsch und Richtig
Die BI wertet die Angaben auf der Seite des Staatlichen Bauamts als „Falschinformation“. Das Staatliche Bauamt sieht das jedoch anders. © Symbolbild: Bildagentur PantherMedia / Boris Zerwann

Weilheim – Was die aktuell laufende Befragung zur Umfahrung Weilheim angeht, „liegen den Bürgern, die auf die der Umfrage beiliegenden Informationen vertrauen, völlig falsche Informationen zum erwartbaren Nutzen einer Umfahrung vor“. Das schreibt die Bürgerinitiative (BI) Heimat 2030 in einem offenen Brief an den Stadtrat.

Der Befragung ist ein QR-Code beigelegt, der auf die Seite des Staatlichen Bauamts führt. Hier finden sich unter der Überschrift „Entlastung in Weilheim gegenüber Verkehrszahlen 2017“ entsprechende Prozentwerte für die Alpen-, Olympia- und Deutenhausener Straße sowie für den Narbonner Ring. Diese Zahlen sind dem Verkehrsgutachten von Prof. Dr.-Ing. Harald Kurzak von 2018 entnommen. Das erklärt Andreas Lenker vom Staatlichen Bauamt Weilheim, der für das „Projekt Umfahrung“ zuständig ist. Doch die BI meint, diese Werte seien höher, als in dem Gutachten angegeben. Die Darstellung erwecke zudem „den Eindruck, die Zahlen wären für die gesamte Straße gültig“ und es werde auch nicht zwischen den Varianten unterschieden. Die BI folgert: „Diese Falschinformation übertrifft bei weitem die Fehler im Flyer des Staatlichen Bauamts aus dem Jahr 2020.“ Die BI fordert deshalb die Befragung zu stoppen.

Auf zwei Seiten schlüsselt die BI in ihrem offenen Brief mithilfe von Diagrammen auf, warum die Zahlen des Staatlichen Bauamts aus ihrer Sicht nicht richtig sind. Lenker betont indes, dass es sich um hochgerechnete Werte handele, die nicht für alle Varianten gelten. Er bestätigt die Aussage der BI, dass die B2 in dem Gutachten in viele verschiedene Abschnitte unterteilt wird. Dementsprechend gebe es für jeden Abschnitt unterschiedliche Werte. Lenker gibt zu, dass man dies auf der Website des Bauamts etwas deutlicher hätte angeben sollen. Allerdings widerspricht Lenker der Aussage, dass die Zahlen falsch sind. Diese sind durchaus in dem Gutachten enthalten. Es sind allerdings Höchstwerte, die das Staatliche Bauamt auf seiner Website angibt.

Lenker erklärt zudem, dass diese Zahlen und das Gutachten von Kurzak bereits seit 2018 online einzusehen sind. Bisher sei nie jemand über die Angaben „gestolpert“. Zudem müsse man bedenken, so Lenker, dass es insgesamt vier Gutachten gebe. Unter anderem zur Umweltverträglichkeit oder den Kosten. Da würden für ein einzelnes Gutachten bis zu 260 Seiten zusammenkommen. „Daher kann es auf den Flyern und auf der Website nur eine Zusammenfassung geben“, so Lenker. Sonst werde es irgendwann zu unübersichtlich. Was die Forderung der BI angeht, die Befragung zu stoppen, sagt Lenker: „Das ist die Entscheidung der Stadt Weilheim.“ Diese habe die Befragung in Auftrag gegeben. Von Seiten der Stadt heißt es allerdings, dass die Befragung wie geplant weiterläuft.

Diese geht demnach noch bis Mittwoch, 12. Oktober. Wer sich bis dahin das Gutachten von Kurzak selbst ansehen möchte, findet dieses auf der Website des Staatlichen Bauamts.

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