Bürgerversammlung informiert über Huglfinger Ortsumfahrung

"Wir sind bei Kilometer null"

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Rund 300 Oberhausener ließen sich unter anderem von Gemeindeoberhaupt Georg Sterzer über die Pläne zur Huglfinger Ortsumfahrung informieren.

Oberhausen – Die von der Gemeinde Huglfing in Auftrag gegebene Voruntersuchung für eine Ortsumfahrung stößt im Nachbarort Oberhausen auf heftigen Widerstand. 

Wie letzte Woche bei einer außerordentlichen Bürgerversammlung zu erfahren war, soll nun ein Expertengutachten klären, ob als Alternativlösung nicht auch eine weiträumige Umfahrung des Hungerbachtals über die Weilheimer Südspange infrage käme.

Parallel dazu soll ein Arbeitskreis weitere Vorschläge für mögliche Trassenverläufe entwickeln. Auch die Bürger, so hieß es, könnten sich an dem „Ideenwettbewerb“ beteiligen. 

Wie sehr das Thema die Oberhausener beschäftigt, zeigte der große Besucherandrang bei der Versammlung. Schon eine Viertelstunde vor Veranstaltungsbeginn war der „Stroblwirt“ bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Auditorium bekam von Bürgermeister Georg Sterzer zunächst eine chronologische Auflistung der bisherigen Verfahrensschritte präsentiert.

Sterzer entgegnete dabei vehement dem Vorwurf, der Oberhausener Gemeinderat habe sich bislang nicht ausreichend gegen die Huglfinger Umfahrungspläne gewehrt: „Das ist absurd, wir haben sehr wohl was getan.“ Man habe den Huglfinger Ratskollegen deutlich mitgeteilt, dass die vorgeschlagene Trasse mit der Unterführung der Bahnlinie nach der Anschlussstelle „Berg“ und dem weiteren Verlauf nördlich des Schulgeländes Richtung B2 „unmöglich durchführbar ist“. „Das haben sie in Huglfing auch kapiert“, betonte Sterzer, der eine einvernehmliche Kompromisslösung anstrebt: „Wenn die beiden Gemeinden nicht zusammenarbeiten, dann wird auch keine Umgehung gebaut.“

Man habe sich nun darauf geeinigt, dass im Rahmen eines Verkehrsgutachtens die Möglichkeit einer weiträumigen Umfahrung über die Weilheimer Südspange und Oderding untersucht werden soll. Die Ergebnisse würden vermutlich jedoch erst in einem Jahr vorliegen – wobei Sterzer skeptisch ist: Die Staatsstraße von Weilheim nach Peißenberg werde mit rund 20 000 Autos und Lastwagen pro Tag ohnehin schon stark frequentiert, außerdem sei fraglich, ob die Verkehrsteilnehmer tatsächlich den längeren Fahrweg in Kauf nehmen: „Die weiträumige Umfahrung muss eine wirkliche Entlastung für Huglfing und Oberhausen bringen, sonst ist sie wieder ein Schuss in den Ofen“, erklärte Sterzer, der in der Versammlung keinen Hehl aus seiner „Lieblingsstraße“ machte, nämlich eine Umfahrung, die am Pollinger Kellerberg abzweigt und an Etting vorbei Richtung B 2 führt: „Das würde eine gigantische Entlastung bringen.“

Ob und wann die B 472 verlagert wird, steht jedoch in den Sternen. Sven Maertz vom Staatlichen Bauamt in Weilheim erklärte, dass das Projekt zwar 2015 in den Bundesfernstraßenplan aufgenommen werden soll, damit allerdings noch nichts über den eigentlichen Bau geschweige denn den Trassenverlauf entschieden sei. Maertz, der sich kritische Nachfragen über die bislang passive Rolle der Straßenbaubehörde gefallen lassen musste, verglich die Planungen mit einem Marathonlauf: „Wir sind derzeit bei Kilometer null, und der Veranstalter überlegt noch, ob er überhaupt den Startschuss gibt.“ Erst wenn der Bund grünes Licht gebe, so Maertz, dürfe das Staatliche Bauamt mit den konkreten Planungen beginnen.

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