Wiederbelebung durch multifunktionale Nutzung

Umnutzungspläne für Peißenberger Kraftwerk

Kraftwerk Peißenberg
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Christian Neujahr (3.v.li.) und Andreas Krämer (4.v.li.) erläuterten den Gemeinderäten (v.li.) Jürgen Forstner, Walter Wurzinger, Stefan Rießenberger, Conny Wutz und Matthias Reichhart die Pläne – unter anderem auch für das Kesselhaus, in dem eine Bar einziehen könnte.
  • Bernhard Jepsen
    VonBernhard Jepsen
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Peißenberg – Seit vielen Jahren schon befindet sich das markante, beigegraue Kraftwerksgebäude im Peißenberger Ortsteil „Wörth“ im Dornröschenschlaf – genauer gesagt, seit 2000. Damals wurde der 40 MW-Kessel stillgelegt. Zuvor waren bereits Kessel I bis III ausrangiert worden. Nur noch ein Teil des westlichen Trakts wird von der Peißenberger Kraftwerksgesellschaft (PKG) respektive der Peißenberger Wärmegesellschaft (PWG) genutzt – unter anderem als Übergabestation der aus Kraft-Wärmekopplung gewonnenen Fernwärme. Der östliche Gebäudeteil ist indes verwaist, doch das soll sich ändern: Der Peißenberger Unternehmer Christian Neujahr hat nun erste Umnutzungspläne für den Kraftwerksblock präsentiert.

„Wiederbelebung durch multifunktionale Vielfalt“: Das haben sich Neujahr und Architekt Andreas Krämer beim Projekt „Umnutzung Kraftwerk Peißenberg“ auf die Fahnen geschrieben. Neujahr hat einen großen Teil der alten Industrieimmobilie von der PKG gekauft – unter anderem, um für seine Firma „Pulverbeschichtung Oberland“ einen neuen Standort zu errichten. Im Kaufportfolio befand sich aber auch der östliche Teil des Kraftwerksblocks, der Überbauquertrakt und das Maschinenhaus. Die alten Kraftwerksanlagen sollen nun zu einem städtebaulichen Unterzentrum gestaltet werden.

Krämer hat reine Nutzfläche von über 10 000 Quadratmetern errechnet. Der Landsberger Architekt will das Hauptgebäude wie einen „Tetriswürfel“ respektive eine „vertikale Stadt“ entwickeln – mit eher frequentierten Nutzungen im unteren und weniger publikumsträchtigen im oberen Bereich.

Das Ideenspektrum ist breitgefächert – angefangen von Büros, Mietarbeitsplätzen, Startups und Künstlerateliers über Wohnungen, Lofts, Werkstätten und Gewerbeeinheiten bis hin zu Sport- und Freizeitangeboten sowie zu gastronomischen Nutzungen. „Eine Bar an den alten Anlagen von Kessel I und II – das wäre der Hammer“, schwärmt Neujahr. Im Kesselhaus III könnte zudem ein Fitnessstudio einziehen und eine Kletterwand installiert werden. Die Mischnutzung soll nicht nur die Kraftwerksbauten, sondern das gesamte Quartier des Peißenberger Einkaufsparks infrastrukturell aufwerten: „Der Einkaufspark ist nur ein Drittel des Tages belebt und sonst relativ tot. Abends zwischen 18 und 20 Uhr gehen da die Lichter aus. Dabei könnte er ein prägender Ort für Peißenberg sein“, meint Krämer.

Den linken, niedrigeren Gebäudeteil des Kraftwerkskomplexes will Christian Neujahr umgestalten und multifunktional nutzen.

Neujahr hat sich für sein Projekt eine Realisierungsphase von zehn Jahren gesetzt. „Ich finde das alles richtig cool“, sagt der gelernte Autolackierer und Kfz-Elektriker: „Man muss schon ein bisschen verrückt sein“, gibt er zu: „Aber es ist für mich eine Lebensaufgabe. Ich bin jetzt 41 Jahre alt – wenn nicht jetzt, wann dann?“

Neujahr will nun bald einen Antrag auf Bebauungsplanänderung stellen, die eine Mischnutzung ermöglichen soll. Aus dem Landratsamt hat er bereits positive Resonanz bekommen: „‚Dann wird endlich der Schandfleck von Peißenberg wieder zum Leben erweckt‘ – das war die Aussage“, berichtet Neujahr von den Gesprächen.

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