Unermüdlicher Einsatz belohnt

Stadt Weilheim vergibt Umwelt-, Sozial- und Kulturpreis 2019

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Die Preisträger des Kultur- Sozial- und Umweltpreises 2019 zusammen mit Weilheims drei Bürgermeistern Horst Martin (li.), Markus Loth (mitte) und Angelika Flock (re.).

Weilheim – Sie ist ein untrügliches Zeichen dafür, dass Heilig Abend nicht mehr weit ist: die Weihnachtssitzung des Weilheimer Stadtrates.

Heuer wurde ihr feierlicher Rahmen wieder dafür genutzt, den Umwelt-, Sozial- und Kulturpreis zu vergeben.

Kulturpreis

Den Kulturpreis 2019 durften die „Geschwister Schambeck“ und der „Deutenhauser Viergsang“ in Empfang nehmen. „Beide Gruppen sind seit Jahrzehnten volksmusikalisch aktiv und repräsentieren oft auch gemeinsam unsere heimatliche Volksmusikkultur nicht nur in unserer Stadt, sondern weit darüber hinaus“, sagte Weilheims dritte Bürgermeisterin Angelika Flock. In der Familie Schambeck wird seit Generationen musiziert. Vater Gustl war bereits Mitglied der „Weilheimer Vier“ und gründete die „Marnbacher Sänger“. Die vier Schwestern, die in der Familie zuerst als Stubenmusi gespielt haben, machen seit 1975 als Dreigesang mit Gitarrenbegleitung Hausmusik.

Georgia Gast („Deutenhauser Viergsang“) musizierte schon als Kind mit ihren Geschwistern und einer weiteren Gruppe. Stadtrat Klaus Gast spielt seit seiner Kindheit Klavier, ist im Kirchenchor – welchen er schon lange leitet – und ist Organist. Die beiden gründeten 1990 mit dem Ehepaar Michalek den „Deutenhauser Gsang“, den Georgia seither mit der Zither begleitet. Im Sommer diesen Jahres konnte Albin Völk mit seiner Bassstimme gewonnen werden. In der Familie Albrecht (Etting) wurde ebenfalls seit jeher musiziert. Brigitte und ihre Tochter Vroni, die auch manchmal mit der Harfe begleitet, schlossen sich daher 1996 den Deutenhausern als Sängerinnen an. Vertreten sind die Gruppen unter anderem bei Gottesdiensten und Feiern, wie beim Jubiläum der Wallfahrtskirche auf dem Hohen Peißenberg. Ihre Musik setzten sie auch gerne für den guten Zweck, wie bei Benefizkonzerten, ein. Heuer feiert zudem das „Bayerische Adventssingen bei Kerzenlicht“, welches Klaus Gast ins Leben rief, sein 30-jähriges Jubiläum. Beide Gruppen veranstalten es seitdem zusammen am dritten Advent.

Umweltpreis

Den Umweltpreis 2019 erhielten die SchülerInnen der Wilhelm-Conrad-Röntgen Mittelschule Weilheim für ihren Einsatz bei der jährlichen Springkrautentfernung im Weilheimer Moos. Das Projekt besteht seit neun Jahren zwischen der Schule und der Schutzgemeinschaft Weilheimer Moos e. V., wie zweiter Bürgermeister Horst Martin angab. Die Schüler der fünften und sechsten Klassen würden hierbei die Bedeutung von Biotopen und die Wichtigkeit ihrer Pflege „quasi mit eigenen Händen“ erfassen. Die unterschiedlichen Pflanzen- und Tierarten „unserer Heimat“, so Martin weiter, würden oftmals keine „Eindringlinge“, wie das Beispiel des Springkrauts zeigt, vertragen. Dieses wurde 1839 von Engländern als Zierpflanze aus dem indischen Subkontinent nach Europa gebracht. Es breite sich schnell aus und führe dazu, dass heimische Pflanzenarten aus Feuchtgebieten verdrängt werden. Entwickelt wurde das Projekt von Christiane Maierhofer, Lehrerin an der Mittelschule, und Gabriele Hoss-Reinhard von der Schutzgemeinschaft. Maierhofer organisiert seither federführend zwei bis vier Termine, an denen jährlich 90 bis 170 Schüler teilnehmen. Unterstützt werden die Schüler dabei von Mitgliedern der Schutzgemeinschaft.

Sozialpreis

Den diesjährigen Sozialpreis bekam der Förderverein für das Städtische Bürgerheim Weilheim e. V. verliehen. Dieser sei untrennbar mit einer Person verbunden, nämlich „mit unserer ehemaligen Stadträtin Elisabeth Klopfer“, sagte Loth. Sie gründete den Förderkreis 2002 und war bis zu ihrem Ausscheiden Stadtratsreferentin für das Bürgerheim. Anlass dafür war, dass der damalige Leiter des Bürgerheims, Peter Bruchner, eine hohe Spende in Aussicht hatte, diese aber aus rechtlichen Gründen nicht annehmen durfte. Mit dabei waren damals auch der langjährige ehemalige Stadtrat Hermann-Josef Röhrig, als zweiter Vorsitzender, und Eugen Tenhumberg, der bis heute als Schatzmeister fungiert. Zunächst stand für den Förderkreis vor allem die finanzielle Unterstützung des Um- und Ausbaus des Bürgerheims im Vordergrund. Der Verein habe alleine 2006 mit 54 000 Euro unter anderem die Einrichtung eines Snoezelenraums finanziert, berichtet Loth. Zudem ermöglichte der Förderkreis Investitionen wie die Anschaffung eines Speisewagens und die Einrichtung eines „Nachtcafe´s“ für die Demenzstation. Darüber hinaus würden viele Anschaffungen den Arbeitsalltag der Beschäftigten erleichtern und die körperliche Belastung mindern, so Loth.

Von Sofia Wiethaler 

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