Vhs-Seminar in Murnau bringt Jugendlichen Umwelt- und Klimathemen näher

+
Die TeilnehmerInnen des Seminars der Vhs-Murnau bekamen Einblicke in Umwelt- und Klimathemen. Vhs-Leiter Heinfried Barton (re. hinten) hat mit seinem Team ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.

Murnau – Die Welt zu retten, ist Mädchensache. Diesen Eindruck hätte man beim Seminar der Murnauer Volkshochschule bekommen können. Der Titel lautete „Kurz mal die Welt retten“. Zu den sieben 14 bis 16 Jahre alten Teilnehmerinnen gesellten sich nur zwei Jungs. Der Frauenüberschuss tat der Ernsthaftigkeit aber keinen Abbruch, mit der die jungen Leute drei Tage lang zu Werke gingen.

Das anspruchsvolle Programm hatte der Vhs-Leiter Heinfried Barton mit seinem Team zusammengestellt: „Wir haben Themen zum Umwelt- und Klimaschutz für die Jugendlichen erlebbar gemacht.“ So berichtete die mittlerweile als Umwelt-

aktivistin bekannt gewordene Vanessa aus Riegsee von ihrer Aktion „Plastik fasten!“. Die Zehnjährige gab Tipps, wie man Plastikmüll spart. Der Künstler Johannes Volkmann, ebenfalls aus Riegsee, stellte sein internationales Projekt „Konferenz der Kinder“ vor.

In einem anderen Workshop wurde den Jugendlichen gezeigt, wie sie Zuhause plastikfreie Deodorants und Waschmittel ohne Palmöl herstellen können. Die Studentin Julia Ernst (Benediktbeuern) brachte einen Film mit, der die Bedingungen dokumentiert, unter denen in Bangladesch oder Vietnam Frauen und Kinder T-Shirts und Jeans für den deutschen Markt produzieren. Diese drastischen Bilder gaben gleich am Abend den Ausschlag für eine Klamotten-Tauschbörse im Jugendzentrum Erlhaus.

Eine andere Frage war, woher die Schokolade in deutschen Geschäften kommt. Barbara Krönner lud dazu in ihre Schokoladen-Manufaktur ein und hatte auch zwei Beispiele parat. Yayra Glover stellte seine Kooperative vor, mit der er in Ghana Biokakao anbaut und 6 000 Familien ein Einkommen sichert. Im Gegensatz dazu waren auch Plantagen zu sehen, auf denen Großgrundbesitzer ihre Arbeiter für wenig Lohn und zu miserablen Bedingungen ausbeuten.

Der Abschluss des Seminars blieb in Ghana. Die frühere Umweltreferentin des Marktes Murnau, Julia Legelli, zeigte eine Dokumentation über eine der größten und giftigsten Elektroschrott-Müllkippen Afrikas. In Agbogbloshie, am Rande der ghanaischen Hauptstadt Accra, verbrennen Kinder Plastikkabel, um an das darunter liegende Edelmetall zu kommen. Das ist oft die einzige Einnahmequelle der Familien – trotz aller Gesundheitsgefahren. Die Unmengen an ausrangierten Handys und Computern stammen aus Europa. Per Skype-Übertragung aus Accra beantwortete ein, auf Umweltthemen spezialisierter, Entwicklungshelfer die vielen Fragen der Murnauer Jugendlichen.

„Greta Thunberg hat mit ihren Schulstreiks für das Klima – Fridays for Future – viele junge Menschen inspiriert, sich für eine bessere Welt einzusetzen. Mit unserem Seminar haben wir Einblicke und Hintergrundwissen zum Umwelt- und Klimaschutz gegeben“, sagte Barton abschließend.

Von Günter Bitala

Auch interessant

Meistgelesen

Grundstein für "Stoa 169" gelegt
Grundstein für "Stoa 169" gelegt
Bilderstrecke: Grundsteinlegung für „Stoa 169“
Bilderstrecke: Grundsteinlegung für „Stoa 169“
Standort-Oskar ging heuer an zwei Preisträger
Standort-Oskar ging heuer an zwei Preisträger
Kreistag beschließt Kostenübernahme für Seniorenticket und Schüler-Freizeit-Ticket
Kreistag beschließt Kostenübernahme für Seniorenticket und Schüler-Freizeit-Ticket

Kommentare