Unterhausener lehnen Bauentwürfe für Kindergarten und Feuerwehr ab

Ein vehementes Veto legten die Bürger von Unterhausen ein, als auf der Bürgerversammlung ebendort am vergangenen Mittwoch die Stadt Weilheim die Entwürfe zur Neugestaltung des Unterhausener Kindergartengebäudes mit Krippe und des Feuerwehrhauses der Öffentlichkeit präsentierte.

An- und Umbaubedarf besteht bei beiden Gebäuden aufgrund akuten Platzmangels. Die Idee war, die beieinander stehenden Gebäude zusammenzulegen. „Wenn wir das so hinnehmen, würde sich jeder denken, was wir hier in Unterhausen für eine Schuhschachtel uns hinstellen“, kommentierte Feuerwehrkommandant Helmut Weinhart die Bauvorschläge von Architekt Florian Lechner, nachdem Letzterer seine Präsentation beendet hatte. Mit drei Bauentwürfen gab er sich redlich Mühe, doch begeistern konnte er niemanden so recht. Größter Anstoß der Kritik sämtlicher Unterhausener BürgerInnen ist die Fassadengestaltung: Lechner konzipierte seine Entwürfe mit einem Flachdach. Nach Ansicht einiger Unterhausener sei dies eine „Verschandelung“ des Dorfes. Weinhart sprach sich für den Vorschlag aus, den Gebäudekomplex ein Stück nach hinten zu versetzen. Die so entstehende Fläche zur Straße hin würde dann auch endlich genügend Raum bieten für eine Art Dorfplatz, den Unterhausen so noch nicht hat und der das Aufstellen des Maibaums wesentlich erleichtern würde. „So hat das auch ein Gesicht“, beendete der Kommandant unter Beistimmung aller Unterhausener seine Ausführungen. Bürgermeister Markus Loth versuchte die Gemeinde zu beschwichtigen mit der Aussage, dass die von Lechner vorgelegten Alternativen nicht die vollendeten Tatsachen darstellten und dass für kommende Woche ein Gespräch mit allen beteiligten Parteien angesetzt sei. Eine gewisse zeitliche Brisanz besteht laut Loth dennoch, da die Fördermittel nur bis 2013 aussgeschüttet werden und die Pläne bis Ende 2011 abgeschlossen sein sollten. Diese Sachlage gebietet auch insofern Eile, da der Ausbau des Kindergartens – ab 2013 hat jedes Kind einen Anspruch auf einen Kindergarten- oder Krippenplatz – mit bis zu 90 Prozent bezuschusst wird. Mit diesem Zuschuss könnte auch der dringend notwendige aber kostenintensive Umbau des zu kleinen Feuerwehrhauses mitfinanziert werden. Dass sich die Wogen auch nach der Diskussion nicht so recht glätten wollten, dafür sorgte eine schriftliche Anfrage eines Weilheimers bezüglich der Pläne, den Verkehrskreisel an der Münchener Straße im Norden Weilheims zu bauen. Stadtbaumeister Wolfgang Frank erklärte, dass im Moment keine Fördermittel vom Staatlichen Bauamt zu bekommen seien und dass das Vorhaben auf 2011 verschoben wurde. An dieser Stelle entbrandete eine Diskussion um die unzureichende Radwegsituation in diesem Bereich. Als gefährlich und unverantwortlich prangerte der Anfragensteller die Tatsache an, dass viele Jugendliche die Strecke mit dem Rad befahren, die wegen der Nähe zum Gewerbegebiet Paradeis mit Schwerlasttransporten überlastet und zudem sanierungsbedürftig sei. Andreas Wunder, Leiter des Ordnungsamtes, räumte ein, dass er diese Verkehrssituation kenne, jedoch „keine Alternative“ wisse. Auch sei die Sanierung der Münchener Straße als Staatsstraße nicht Sache der Stadt sondern des Staates, betonte Wunder.

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