Aufholjagd hat begonnen

Metall- und Elektroindustrie erholen sich

Experten aus der Metall- und Elektroindustrie Weilheim-Schongau diskutierten bei einem Online-Pressegespräch
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Experten aus der Metall- und Elektroindustrie diskutierten bei einem Online-Pressegespräch v. li.: Florian Pape; Jürgen Müller, Geschäftsführer PARItec; Michael Ullrich, Senior Vice President Linde Engineering und Dietmar Ahl.
  • Stefan Raab
    VonStefan Raab
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Landkreis – Die Konjunktur zieht wieder an – das ist das eindeutige Ergebnis einer Umfrage, das die bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände (bayme vbm) in einem Online-Pressegespräch mitgeteilt haben.

Danach bewerten die Metall- und Elektrounternehmen (M+E) mit durchschnittlich 65 Prozent ihre Auftragslage im ersten Halbjahr dieses Jahres als gut. Zugleich schätzen sie die Geschäftsentwicklung bis zum Ende des Jahres mit 53 Prozent als durchweg positiv ein. Diese Zahlen sind bemerkenswert, weil sie ein sattes Plus von rund 60 Prozent bei der Beurteilung der Geschäftslage und rund 50 Prozent bei der Einschätzung der Geschäftserwartungen im Vergleich zur bayme vbm-Winterumfrage 2020 ergeben. So zeigt sich Michael Ullrich, Vorsitzender der bayme vbm Region Oberland, mit dem Aufholprozess der M+E-Unternehmen zufrieden, warnt allerdings vor den Auswirkungen der Delta-Variante des Corona-Virus im nächsten Halbjahr: „Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf sind insgesamt positiv, allerdings belasten die großen Unsicherheiten und der Transformationsdruck die Unternehmen. Klar ist jedoch, es geht bergauf.“

Trotz aller optimistischer Aussichten der Unternehmen gilt es noch erhebliche Probleme zu überwinden – was besonders die Produktion betrifft. Zwar wollen 45 Prozent der Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte wieder mehr produzieren, jedoch wird die Produktion durch einen Mangel an Rohstoffen, Material und Vorprodukten abgebremst. Rund 40 Prozent aller Betriebe sehen ihre Produktion dadurch beeinträchtigt, 15 Prozent sogar in starkem Maße. So berichtet Florian Pape vom Schongauer Automobilzulieferer Hoerbiger von unterbrochenen Lieferketten und unzureichender Materialversorgung. Die Sperrung des Suezkanals durch einen Öltanker im März und der Verkehrsstopp auf Straßen und Schienen durch das Jahrhunderthochwasser in Nordrhein-Westfalen vor wenigen Tagen hätten die Abhängigkeit von Materialien, Rohstoffen und Vorprodukten mehr als deutlich gemacht. „Flexibel ist das neue normal!“, resümiert Pape. Ein ähnliches Bild zeichnet Dietmar Ahl, Geschäftsführer bei dem Weilheimer Metallverarbeiter- und -veredler Günter Bechtold: „Die Hauptsache ist, dass wir die Lieferungen bekommen, die Preise sind zweitrangig.“ Ulrich Schwab, Geschäftsführer Xylem Analytics (Weilheim) erklärt: „Wir kämpfen mit Materialknappheit, was sich in den Beschaffungspreisen widerspiegelt. Wir sind aktuell aber nicht betroffen, was einem sehr harten Kampf des Einkaufs zu verdanken ist.“

Vor welche Herausforderungen die Oberländer Unternehmer in Zukunft auch gestellt werden sollten, sie sind sich darin einig, zuversichtlich zu bleiben und die richtigen Lösungen zu finden.

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