Weilheimer Gewerbetreibende sehen in puncto Wohnraum am meisten Handlungsbedarf

Keine Überraschung

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Auf der Grafik ist zu sehen, bei welchen Standortfaktoren die Gewerbetreibenden den größten Handlungsbedarf sehen.

Weilheim – Dass die angespannte Wohnraumsituation in Weilheim allgegenwärtig ist, zeigten auch die kürzlich im Hauptausschuss präsentierten Ergebnisse der Unternehmensbefragung zur Standortförderung.

Durchgeführt wurde diese im Dezember 2017 vom Amt für Standortförderung, Kultur & Tourismus (wir berichteten). Es sei wichtig, die Meinung der Unternehmen zu hören, so Stefan Frenzl vom Amt, der die Ergebnisse vorstellte. Die 27 Rückmeldungen kämen aus allen Branchen und Betriebsgruppen. Zudem hätten viele relevante Unternehmen ihre Meinung kundgetan. Wie hoch die Rücklaufquote ist, konnte nicht exakt ermittelt werden.

Besonders wichtig sind den Gewerbetreibenden die Standortfaktoren Wohnraumsituation, Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, Zukunftsfähige Breitbandinfrastruktur und Ortsumfahrung Weilheim. Wenig Handlungsbedarf gibt es nach Meinung der Unternehmer dagegen bei den Punkten Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Lebensqualität, Autoerreichbarkeit der Innenstadt und Wettbewerbssituation der Branchen. Was Weilheims Stellung als Wirtschaftsstandort angeht, sehen 37 Prozent die Lage sehr optimistisch.

Des Weiteren konnten die Gewerbetreibenden in einer offenen Frage angeben, wo sie den größten Handlungsbedarf sehen. Dort wurden ebenfalls Faktoren wie bezahlbarer Wohnraum und die Ortsumfahrung, aber auch die Parkplatzsituation in der Innenstadt und Gewerbeflächen genannt.

Bei der Frage, welche Angebote den Unternehmen bei der Standortförderung besonders wichtig sind, entschieden sich viele für Standortmarketing und Imageförderung. Zudem wurde der Wunsch nach einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit genannt.

Ein Projekt, das sich aus der Befragung ableitet, ist die „Weilheimer Entdeckertour“, die im Oktober stattfinden soll. An diesem Tag sollen Betriebe, aber auch ehrenamtliche Institutionen sowie kulturelle Einrichtungen in Weilheim, für Interessierte ihre Türen öffnen.

Die Problematik mit bezahlbarem Wohnraum sei im Stadtrat fraktionsübergreifend bekannt, so Jochen Knittel (BfW), allerdings wüssten auch alle um die Schwierigkeiten. Knittel holte in diesem Zusammenhang auch die Unternehmer mit ins Boot. Früher habe es viel mehr Betriebswohnungen gegeben, stellte er fest. Zudem regte er an, bei einer solchen Befragung auch die Freiberufler einzubeziehen.

Bürgermeister Markus Loth (BfW) lobte in puncto bezahlbarer Wohnraum für Angestellte ausdrücklich das Engagement der Bremicker Verkehrstechnik GmbH. Als sehr schön bezeichnete Marion Lunz-Schmieder (CSU) das Ergebnis, dass die Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei den Befragten gut ankämen. Das sei auch ein Zeichen dafür, was die Stadt in diesem Bereich alles macht. Walter Weber (Freie Wähler) gab an, dass eine Erhebung des Standortfördervereins vor drei bis vier Jahren „fast deckungsgleiche“ Ergebnisse geliefert hätte. Er sprach sich dafür aus, die Befragungen in regelmäßigen Intervallen zu wiederholen. Es sei wichtig, solche Probleme in Erinnerung zu rufen.

Von Sofia Wiethaler 

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