Weilheimer Wirtschaft und Politik im Dialog: Neue Plattform aus der Taufe gehoben

Netzwerken beim Frühstück

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„Gute Netzwerke sind wichtig.“ Jutta Liebmann (stehend) stellte beim ersten Weilheimer „Unternehmerfrühstück“ Struktur und Aufgabengebiete ihres Amtes vor. Für den nächsten Termin, voraussichtlich im Oktober/November, boten sich bereits einige Firmen als Gastgeber an.

Weilheim – Frisches Gebäck auf dem Teller, dampfenden Kaffee in der Tasse, lokale Themen im Blick: Im Sitzungssaal des Rathauses fanden sich am Dienstagmorgen rund 25 Vertreter der örtlichen Wirtschaft zu einem „Unternehmerfrühstück“ ein. Wie der rege Gedankenaustausch zeigte, gibt es reichlich Gesprächsbedarf.

In lockerer Atmosphäre Kontakte knüpfen, einen Blick hinter die Kulissen anderer Betriebe werfen und gemeinsam Themen aufgreifen, die aus Sicht der heimischen Wirtschaft gelöst werden müssen: Diese Ziele liegen den jeweils einstündigen Treffen zugrunde, zu denen das Amt für Standortförderung, Kultur & Tourismus der Stadt zusammen mit dem Verein für Standortförderung einlädt. Neben Bürgermeister Markus Loth saßen bei der Auftaktveranstaltung auch einige Stadträte in der Runde, die den Unternehmern Rede und Antwort standen.

Welche Probleme brennen den Betrieben am Ort unter den Nägeln? Hans Medele sprach die wohl drängendsten an: „In Weilheim fehlt es an bezahlbarem Wohnraum für unsere Mitarbeiter.“ Für das Gewerbe seien – im Gegensatz zum „prosperierenden Landsberg“ – kaum Entwicklungsmöglichkeiten vorhanden, beklagte der Chef des gleichnamigen Weilheimer Autohauses.

Bürgermeister Loth führte aus, dass die Stadt selbst keine Flächen zur Wohnbebauung verfügbar hat: „Alle Grundstücke sind in Privatbesitz. Wohnraum schaffen ist nicht allein eine kommunale Aufgabe“, betonte Loth.

Eine Umfrage des Standortförderungsvereins hat ebenfalls ergeben, dass der Wohnungsmangel die Gewerbetreibenden in Weilheim vor große Probleme stellt, bestätigte Vereinsvorsitzender Florian Lipp. Von den circa 240 Mitarbeitern der Bauer Unternehmensgruppe wohnen 70 Prozent außerhalb und pendeln nach Weilheim ein, berichtete Seniorfirmenchef Klaus Bauer. Nach seinen Worten klaffen Angebot und Nachfrage weit auseinander. „Wir brauchen dringend 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen“, unterstrich Bauer.

Die Diskussion zeigte auch, dass in ländlichen Gemeinden im Umfeld noch Wohnraum zu günstigeren Konditionen und mit kurzen Anfahrtswegen zu haben ist. Damit Weilheim nicht „zur Schlafstadt abdriftet“ müsse die Stadt laut Jochen Knittel weitere Gewerbeflächen ausweisen. Jedoch „in Maßen“, schränkte der BfW-Stadtrat ein, da die Kommune die zugehörige Infrastruktur vorzuhalten hat.

Zur temporären Beherbergung von Mitarbeitern wurde die Errichtung eines Boardinghouses begrüßt. Allerdings müsste dieses, wie Kreishandwerksmeister Stefan Zirngibl (CSU) zu bedenken gab, nicht in Gewerbegebieten, sondern in Wohn- oder zumindest in Mischgebieten gebaut werden. „Eine Superidee“, fand Dr. Fritz-Andreas Neidhart, Geschäftsführender Gesellschafter der Neidhart-Gruppe, vor allem für Mitarbeiter, die sich hier kurzfristig niederlassen, bis für sie bedarfsgerechter Wohnraum gefunden ist.

Jutta Liebmann, Leiterin des Amtes für Standortförderung, Kultur & Tourismus, äußerte sich auf Nachfrage zufrieden über die Resonanz und „viele angeregte Gespräche“.

Von Maria Hofstetter

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