Im Unternehmerkreis über Alternativen für Mitarbeiter diskutiert

Mobilität neu denken

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Klaus Bauer (2.v.li.) und Dietmar Ahl (3.v.re.) begrüßten Roland Hösl (kariertes Hemd) beim Stammtischtreffen.

Weilheim – Um „betriebliches Mobilitätsmanagement“ ging es beim Stammtisch des „Unternehmerkreises Oberland Region Weilheim“. Gastreferent Roland Hösl, Münchener Stadtreferent für Arbeit und Wirtschaft, erläuterte den rund 25 anwesenden Firmenchefs, wie alternative Mobilitätsangebote bei Mitarbeitern implementiert werden können.

Gastgeber war die Bauer Unternehmensgruppe. Die Firma hat das Mobilitätsverhalten ihrer Mitarbeiter analysiert. Das Ergebnis: Ein Großteil der Angestellten kommt mit dem Auto zum Firmengelände in der Paradeisstraße. Dabei könnten 91 Mitarbeiter, ohne umzusteigen, mit dem Zug nach Weilheim pendeln. Aktuell nutzen die Möglichkeit nur fünf Angestellte und zwei den Bus. Laut Hösl sollten die Firmen konkrete Mobilitätsalternativen aufzeigen: „Der Mensch ist nämlich ein Gewohnheitstier.“ Hösl sprach über Fahrgemeinschaften („wegen der flexiblen Arbeitszeiten ist das ein Bohren von dicken Brettern“), Job-Tickets, Fahrkostenzuschüsse für den ÖPNV und, ganz wichtig, über Firmenfahrräder: „Das Fahrrad ist das Mittel der Wahl“, so „Radlnarr“ Hösl. Zunächst gelte es wechselwilligen Mitarbeiter anzusprechen.

In der Diskussion wurde moniert, dass der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) „kein durchgängiges System“ anbiete und zu sehr auf die Schülerbeförderung ausgerichtet sei. „Im Gewerbegebiet am Trifthof gibt es gar keinen ÖPNV“, kritisierte Unternehmerkreis-Chef Dietmar Ahl. Es brauche mehr Druck auf die Politik. Doch die hinterfrage bei Buslinien zunächst die Kosten. „Wir Unternehmer wiederum sagen: ‚Schafft das Angebot und es wird genutzt‘.“ Firmenchef und IHK-Regionalleiter Klaus Bauer konstatierte, dass man bereits viel erreicht hätte, wenn man zehn bis 20 Prozent des Pendlerautoverkehrs reduzieren könnte. Mobilität müsse „neu gedacht werden“ – wobei die Lösung vermutlich ein Mix aus unterschiedlichen Konzepten sein werde. Bei den Dieselmotoren habe sich die Technik weiterentwickelt. Pro Fahrzeug würden weit weniger Schadstoffe ausgestoßen. Die Situation sei besser geworden. „Das Problem ist nur, dass mehr gefahren wird“, so Bauer.

Von Bernhard Jepsen

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