Unterschriften-Aktion gestartet

Landfrauen kämpfen für Hebammen

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Die Landfrauen mit Kreisbäuerin Silvia Schlögel (vorne links) machen sich mit Unterschriftenlisten für die Zukunft der Hebammen stark. Hinten die Hebammen Maria Weiß (2. von rechts) und Ulrike Guggemos (2. von links).

Apfeldorf – Die Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbandes macht sich für die Zukunft der selbständigen Hebammen stark: Mit einer Unterschriftenaktion möchte der Kreisverband jetzt dazu beitragen, die Zukunft dieser Berufsgruppe zu sichern.

Mit Sorge betrachtet derzeit der Kreisverband die aktuelle Entwicklung: Die Existenz der selbständigen Hebammen ist bedroht. Hohe Berufs-Haftpflichtprämien zwingen bereits jetzt immer mehr von ihnen, ihren Beruf aufzugeben. Schon bald könnte es aber noch schlimmer kommen: Denn ab Juli 2016 gibt es für die Hebammen, die über die großen Berufsverbände gruppenhaftpflichtversichert sind, keinen Versicherer mehr. Und vielleicht dann auch irgendwann keine Hebammen mehr, die die flächendeckende Gesundheitsfürsorge und Grundversorgung gewährleisten. 

Das wollen die Landfrauen gar nicht erst so weit kommen zulassen. „Es ist wichtig, dass diese Versorgung auf dem Land weiterhin gewährleistet ist“, betonte Kreisbäuerin Silvia Schlögel bei einem Pressetermin mit den Hebammen Maria Weiß und Ulrike Guggemos sowie mehreren engagierten Landfrauen. 

In nahezu allen Orten des Kreisverbandes, sowie zusätzlich auch in Apfeldorf, werden die Landfrauen jetzt Unterschriftenlisten auslegen: In diesen Listen kann jeder unterschreiben, der die Hebammen unterstützen möchte. Ziel ist eine entsprechende Gesetzesänderung. Kreisbäuerin Schlögel und die anderen Landfrauen wollen erreichen, dass die Politik reagiert: „Was nutzt eine Herdprämie, wenn man noch nicht einmal die Rahmenbedingungen für einen guten Start ins Leben schafft? Da braucht man sich nicht wundern, wenn es nicht mehr genügend Kinder gibt.“ 

Um das Problem zu lösen, gibt es nach Ansicht der Schongauer Hebamme Maria Weiß nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine Regressbeschränkung oder ein staatlich geschaffener Haftpflichfonds. „Am 6. Oktober hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe verkündet, noch in diesem Jahr ein Gesetz auf den Weg zu bringen, das Kranken- und Pflegekassen zum Regressverzicht gegenüber Hebammen verpflichtet“, erklärt Weiß. 

Das würde bedeuten, dass die Sozialversicherungsträger dann in Zukunft nicht mehr verlangen könnten, dass die Hebamme im Haftpflichtfalle für die Kosten der kompletten medizinischen Versorgung aufkommen muss. Für Weiß stellt sich aber die Frage, ob die Ankündigung des Ministers auch wirklich ernst gemeint war, oder ob die Hebammen nur „vertröstet“ werden sollten: Denn bisher liege noch kein konkreter Gesetzentwurf vor. 

Ein Problem sei es, dass die Schadenshöhen in den letzten Jahren stark angestiegen seien: Allerdings nicht deswegen, weil es mehr Fälle gegeben habe – sondern aufgrund der gestiegenen Pflegekosten. Es müsste daher eine dauerhafte Lösung geben, um diese Preisspirale zu unterbrechen, meint Weiß. „Als ich vor 34 Jahren angefangen habe, zahlte ich 280 Deutsche Mark an Haftpflichtversicherung im Jahr“, erinnert sich die Hebamme. Heute sind es bereits 5090 Euro, und ab Juli 2015 dann sogar 6108 Euro.

Manuela Schmid

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