Uraufführung beim Herbstkonzert: Co-Produktion von Bartesch und Legiša

Brücke zwischen Klassik und Jazz

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Zwei Musiker und ein Werk: Rainer Bartesch (li.) und Vasja Legiša komponierten gemeinsam das Konzertstück für Violoncello und Orchester nach einem Thema (Wave) von Antônio Carlos Jobim.

Weilheim – Wenn das Weilheimer Kammerorchester am Samstag, 14. November, zu seinem Herbstkonzert in die Stadthalle einlädt, erwartet die Zuhörer etwas ganz Besonderes. Denn neben Werken von Fanny Hensel, Edward Elgar, Felix Mendelssohn Bartholdy und Joseph Haydn steht bei diesem Konzert eine Uraufführung auf dem Programm.

Der bekannte Starnberger (Film-)Komponist Rainer Bartesch und der in internationalen Wettbewerben mit vielen Preisen ausgezeichnete Cellist Vasja Legiša haben gemeinsam ein Werk geschaffen, das an diesem Abend zum ersten Mal zu Gehör gebracht wird.

Basierend auf dem Stück „Wave“, einem Bossa Nova von Antônio Carlos Jobim, entstand ein Konzertstück für Cello und Orchester. Die Idee dazu stammt von Legiša, der auch das Cello-Solo – ähnlich einem Jazz-Feature – im dritten Satz bestreiten wird. Das Orchesterwerk schrieb Rainer Bartesch.

„Wir haben das Thema des Bossa Nova von Jobim erst einmal zerpflückt, um eine eigene Gangart zu finden“, erzählt Rainer Bartesch. Und so wurde aus dem zweieinhalb Minuten-Stück ein Orchesterwerk in drei Sätzen von insgesamt elf Minuten Länge.

Auch die Besetzung ist durchaus ungewöhnlich: Neben viel Holz hört man Bläser als tragende Elemente, außerdem eine Harfe und drei Ocean Drums. Letztere dürfen dann auch die „Welle“ wogen lassen, auf der Legiša das Cello-Solo surft.

Ganz und gar nicht einfach gestaltete sich übrigens der Erwerb der Bearbeitungsrechte für Jobims Original. Über eine Anwaltskanzlei und einen Anrufbeantworter in New York kam schließlich der Kontakt nach Brasilien zu Jobims Erben zustande, mit denen sich Bartesch schließlich auf die Bearbeitungs- und Aufführungsrechte einigen konnte.

„Wir wollen mit diesem Cross- over die Kluft zwischen Jazz und Klassik überbrücken“, so Bartesch und Legiša. Und dabei sehen sie den Improvisationsteil im dritten Satz als eine Anregung für klassische Musiker, neu zu denken. Für diesen Impuls ist den beiden dabei gleich noch etwas völlig Neues gelungen: Das erste klassische Werk, das von zwei Komponisten zusammen geschrieben wurde. Das Publikum darf gespannt sein.

Karten für das Herbstkonzert des Kammerorchesters gibt es in Weilheim beim Kreisboten-Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz, Tel. 0881/686-11 und -12.

von Bianca R. Heigl

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