Mögliche Varianten für Weilheimer Entlastungsstraße im Zuge der B 2 vorgestellt

Vorzugstrasse in Arbeit

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Die zu untersuchenden Trassenkorridore im Überblick.

Weilheim – Im Osten oder Westen an Weilheim vorbei oder über einen Tunnel mitten durch die Stadt? Bis Ende 2018, so der aktuelle Zeitplan, soll das mit der Planung beauftragte Staatliche Bauamt Weilheim eine Vorzugstrasse für eine mögliche Entlastungsstraße festlegen. Acht Korridore wurden zwischenzeitlich von Fachbüros voruntersucht und kürzlich dem Stadtrat präsentiert.

Dass diesmal so viele Besucher in den Sitzungssaal strömten, hatte zwei Gründe: Sie wollten aus erster Hand erfahren, ob die Fußgängerzone erweitert wird  (wir berichteten) und was es Neues zum Thema Entlastungsstraße gibt. Die Behörde hatte das Plenum zuletzt im Oktober 2017 über erste Ergebnisse des Verkehrsgutachtens von Professor Dr.-Ing. Harald Kurzak informiert. Das vollständige Gutachten ist unter www.stbawm.bayern.de einsehbar.

Laut Abteilungsleiter Andreas Lenker, im Staatlichen Bauamt für den Landkreis Weilheim-Schongau zuständig, fand im Dezember 2017 ein Gespräch mit Vertretern der zwei Bürgerinitiativen „Heimat 2030“ (gegen Ost- und Westumfahrung) und „Marnbach-Deutenhausen“ (gegen Ostumfahrung) statt. Zur fachlichen Unterstützung einer Umweltverträglichkeitsstudie, welche das Bauamt neben der eigentlichen Straßenplanung mit Variantenvergleich im April/Mai 2017 in Auftrag gegeben hat, wurden im November ein Tunnelplanungsbüro und ein Baugrundgutachter hinzugezogen.

Acht Variantenkorridore

Auf der Grundlage des Flächennutzungsplanes ergaben sich acht sogenannte Trassenkorridore, deren Lage sich jedoch im Zuge der späteren Entwurfsplanung um mehrere hundert Meter verschieben kann, wie Lenker erklärte. Detailuntersuchungen seien nicht durchgeführt worden. Nach Lenkers Ausführungen sollen alle möglichen Varianten gleich geplant und umfassend verglichen werden, unter Berücksichtigung sämtlicher für die Entscheidung wichtigen Belange, wie Ortsentwicklung, Umweltbelastung, Lärm- und Naturschutz.

Im Osten wie im Westen werden jeweils eine ortsnahe und eine ortsferne Umgehung sowie ein Tunnel durch Weilheim in offener und geschlossener Bauweise untersucht. Die Westvarianten, führte Lenker weiter aus, enthalten als Untervarianten noch je eine Trassenführung nördlich und südlich des Ortsteils Unterhausen. Ziel dieser Untersuchung sei es, einen „Vorzugskorridor“ für eine mögliche Weilheimer Entlastungsstraße festzulegen. Dieser wird dem Stadtrat vorgestellt und mit den Bürgern diskutiert.

Basisdaten werden erhoben

Das Gutachten des Ing.-Büros Kurzak sieht in einer Ostumfahrung eine größere verkehrliche Entlastung. Ob sich daraus eine Tendenz ableiten lasse, hinterfragte Stadträtin Saika Merx (FDP) in der Sitzung. Das Bauamt betrachtet den Entlastungseffekt durch die Varianten Ost und West gleichwertig und bei einer Tunnellösung „etwas geringer“, erklärte Lenker. Die Kartierungen sind im Gange, vor Ende September/Anfang Oktober könnten keine Aussagen zu den einzelnen Trassenkorridoren getroffen werden.

Beide Ostvarianten, wurde von Stadträten kritisch angemerkt, rücken sehr nahe an den Narbonner Ring, die dortigen Wohngebiete und an das Naherholungsgebiet Dietlhofer See heran. Weiterhin soll dort die neue Waldorfschule errichtet werden.

Als wichtiges Entscheidungskriterium nannte Lenker das Nutzen-Kosten-Verhältnis, welches über Eins liegen muss, das heißt, die Kosten müssen niedriger sein als der zu erwartende Nutzen.

Jede der in Frage kommenden Varianten weist besondere Probleme auf: Unter anderem sind es im Osten die benachbarten Wohn- und Naherholungsgebiete sowie der Tunnel durchs Gögerl, im Westen die Querungen von Bahn und Ammer, der moorige Untergrund sowie Eingriffe in Feuchtgebiete und bei einem Tunnel durch die Stadt die kompliziertere Verkehrsführung mit Notausgängen, Lüftung und höheren Kosten. 

Bauamt steuert Planung

Mit der Aufnahme einer Umfahrung von Weilheim im Zuge der B 2 in den „Vordringlichen Bedarf“ wurde im Dezember 2016 die rechtliche Grundlage für konkrete Planungen des Staatlichen Bauamtes Weilheim geschaffen. Um in den Bedarfsplan zu kommen, hatte sich der Stadtrat 2009 mehrheitlich für eine Ostumgehung ausgesprochen. Dies kann sich im Laufe der Planung ändern. Auftraggeber und Lastenträger ist der Bund, die Planung obliegt dem Staatlichen Bauamt Weilheim. Die Stadt wird in die Planung mit eingebunden, ist aber nicht ausführende Behörde. Erste Kostenschätzung: 35 Mio. Euro.

Von Maria Hofstetter

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