Neue Veranstaltungsreihe des Solidaritätsbündnisses Asyl im Oberland

Es wird politisch

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Menschenrechte und Demokratieerhalt sind die Ziele, die Ingeborg Bias-Putzier, Martin Herzog und Susanne Seeling (v.li.) bei ihrer Veranstaltungsreihe besonders am Herzen liegen.

Weilheim/Region – 15 Ehrenamtliche aus den Reihen der Helfer von Asyl im Oberland gründeten im vorigen Jahr ein Solidaritätsbündnis. Heuer starten die, die sich als der „politische Zweig“ von Asyl im Oberland verstehen, eine Vortragsreihe unter dem Titel „Menschenrechte, Menschenwürde – und wir?!“. Ziel der Veranstaltungen, die sich mit verschiedenen gesellschaftspolitischen Aspekten dieser Fragestellung beschäftigen, ist es, miteinander ins Gespräch zu kommen – quer durch alle gesellschaftlichen Schichten, politischen- und Weltanschauungen.

„Gerade im Wahlkampf im letzten Jahr wurde augenfällig, dass eine immer stärkere Polarisierung stattfindet“, erläutert Susanne Seeling vom Solidaritätsbündnis. „Dem wollen wir entgegenwirken durch eine offene Gesprächsbereitschaft.“ Nach den erfolgreichen Veranstaltungen im Vorjahr zum Fünfjährigen von Asyl im Oberland, so ihr Mitstreiter Martin Herzog, wollte man sich mit weiteren Veranstaltungen auch politischer aufstellen. „Viele Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft haben sich bereits lange angebahnt, sind aber erst zutage gekommen, als die Flüchtlinge kamen“, so Ingeborg Bias-Putzier, die ebenfalls dem Solidaritätsbündnis angehört. „Deshalb wollen wir uns nicht nur auf die Flüchtlinge fokussieren, sondern insgesamt für den Erhalt unserer Demokratie eintreten.“

Gefördert und unterstützt wird die Veranstaltungsreihe durch die lokale Aktionsgruppe Auerbergland-Pfaffenwinkel, Amnesty International, die Ehrenamtskoordination für Asylunterstützerkreise im Landkreis Weilheim-Schongau, Asyl im Oberland, den Förderverein Unterstützerkreis Weilheim, Mensch.Macht.Heimat., das evangelische Bildungswerk und den Bayerischen Flüchtlingsrat.

Die Auftaktveranstaltung findet am Montag, 11. März, um 19 Uhr, im Pfarrheim „Miteinander“ in Weilheim statt. Unter dem Titel „Politische Entwicklungen & wir – warum zivilgesellschaftliches Engagement schon immer wichtig war“ hält Simon Primus, Doktorand für Politikwissenschaft an der LMU München, einen Impulsvortrag. Danach gibt es ein moderiertes Gespräch mit Primus und Norbert Frei, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Uni Jena und Leiter des Jena Center für Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Um „Menschenwürde im Alltag – Anspruch und Wirklichkeit“ dreht sich die zweite Veranstaltung am Freitag, 29. März, um 17.30 Uhr, im Haus der Begegnung in Weilheim. Nach einem Impulsvortrag von Michael Beilmann von der Initiative Würdekompass ist ein Workshop geplant. Am Freitag, 10. Mai, um 13 Uhr, referiert dann die Rechtsanwältin für Migrationsrecht Anna Toth zum Thema Potenziale, Perspektiven und Hürden – Wege für Geflüchtete in qualifizierte Arbeit“ im evangelischen Gemeindehaus (Weilheim).

Weitere Vortragsthemen sind dann „Armut in Deutschland – wie gerecht sind wir?“ mit Dörte Friess und Stephan Lessenich am Montag, 15. Juli, um 19 Uhr, im Ballenhaus Schongau und „Menschenrechte auf dem Rückzug – auf dem Weg in eine neue Epoche der Unfreiheit?“ mit Urs Fiechtner am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Weilheim. Den Abschluss bildet der Vortrag „Menschenwürde und Menschenrechte im Islam und Christentum“, der für Oktober oder November vorgesehen ist. Hierzu konnte man Dr. Rainer Oechslen, Beauftragter für den interreligiösen Dialog und Islamfragen in der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, sowie Gönül Yerli, Vize-Direktorin des islamischen Forums Penzberg, gewinnen. Die Veranstaltung wird in der Penzberger Moschee stattfinden.

Von Bianca R. Heigl

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