Verbesserungen im Weilheimer Stadtbusverkehr bei Linienführung und Fahrpreisen beschlossen

Neue Buslinie und Gratisfahrt am Samstag

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Weilheim – Optimierte Linien, kostenlose Beförderung für alle Schulausweisbesitzer und samstags freie Fahrt für alle: Der Stadtrat hat in seiner Sitzung vor der Sommerpause einige Verbesserungen auf den Weg gebracht.

Argumente wie – „zeigen, dass es uns ernst ist mit dem ÖPNV“, „alle Stadtviertel so gut wie möglich anbinden“ und „ein Zeichen setzen für die Verkehrswende“– wurden in der Diskussion aufgeführt, der folgende Anträge zugrunde lagen: Von den Freien Wählern (neue Stadtbuslinie Weilheim-Süd evaluieren, Barrierefreiheit überprüfen, Haltestellen aller Linien situieren, Arbeitskreis einrichten), der CSU-Fraktion (kostenlose Benutzung aller Stadtbusse durch Schüler und Jugendliche) und dem Agenda-Arbeitskreis „Mobilität und Verkehr“ (Kostenfreiheit an allen Samstagen) .

Die Neuerungen im Überblick: Die bisher jeweils an drei Wochentagen gefahrenen Linien „Gögerl“ und „Süd“ werden zusammengeführt. Die neue Linie „Gögerl/Süd“ soll Montag bis Samstag an allen Werktagen ganztägig bedient werden, wovon sich der Stadtrat eine höhere Akzeptanz bei den Fahrgästen verspricht. Zusätzlich wird die Au angefahren, obwohl diese Haltestelle derzeit schlecht angenommen wird und am Bahnübergang Geistbühelstraße für die Busse Wartezeiten in Kauf zu nehmen sind. Ob die Haltestelle in der Lohgasse beim Einkaufsmarkt „Netto“ angefahren wird, hängt im Hinblick auf die Lohgassenunterführung von der Fahrzeughöhe des neu zu beschaffenden Stadtbusses ab. Ordnungsamtsleiter Andreas Wunder stellte auf Nachfrage die Zusammenlegung beider Linien für Januar 2020 in Aussicht.

Kinder und Jugendliche können den Stadtbus bei Vorlage ihres Schülerausweises voraussichtlich ab dem neuen Schuljahr im ganzen Stadtgebiet kostenfrei nutzen. Ab September soll auch die Gratisfahrt für alle an Samstagen gelten.

Im Mai hatte ein neu einberufener Arbeitskreis mit Vertretern aus Stadtratsfraktionen, Behindertenbeirat, Agenda, Busbetreibern (RVO, Firma Oppenrieder) und Verwaltung alle sechs Stadtbuslinien mit insgesamt 88 Haltestellen abgefahren und festgestellt, dass die meisten Haltestellen barrierefrei erreichbar sind. Zur Anbringung fehlender Ruhebänke und Stehhilfen wurde eine Prioritätenliste erstellt, die von der Verwaltung „im Rahmen haushalterischer Möglichkeiten“ abgearbeitet werden soll.

Die Ausgaben für sämtliche Stadtbus-Fahrlinien betragen 395 000 Euro. Abzüglich der Gesamteinnahmen mit Zuschüssen (115 000 Euro) und Fahrgasteinnahmen (55 000 Euro) bleibt der Stadt ein jährliches Defizit von 225 000 Euro. Mit Inkrafttreten des ganztägigen Fahrplans für die Linie „Gögerl/Süd“ steigen die Gesamtausgaben um 84 000 Euro abzüglich der Mehreinnahmen. Durch die Kostenfreiheit für Schüler und Jugendliche fallen jährlich circa 4000 Einnahmen weg und mit den Samstags-Freifahrten circa weitere 7 000 Euro.

Von Maria Hofstetter

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