Ausstellung im Kultur- und Tagungszentrum

Verein Malzirkel 96 Murnau feiert 25-jähriges Jubiläum

Ausstellung KTM Kulturreferent Dr. Michael Rapp
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Schwärmt von den Malern und den Malereien – der Murnauer Kulturreferent Dr. Michael Rapp.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Mohnblüten, Sonnenblumen. Ein Gesicht, ein Körper, viele Körper. Acryl, Öl, Aquarell. Gerahmt, rahmenlos. Bunt, schwarzweiß. Nein, einordnen lassen sich die Bilder nicht, die sich in der Jubiläumsausstellung des Vereins Malzirkel 96 Murnau in den Räumen Kandinsky und Münter im Kultur- und Tagungszentrum (KTM) betrachten lassen. Einordnung scheint auch keineswegs erwünscht, zeichnet sich die Künstlergruppe doch gerade durch Vielfalt und Freiheit und durch Freude an beidem aus.

Hinter der 96 verbirgt sich kein großes Rätsel. Der Malzirkel wurde schlichtweg in diesem Jahr gegründet – und damit vor 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert, das die Maler des Vereins nun feiern, und zwar, wie sollte es anders sein, mit Malerei. Keineswegs Bilder aus den vergangenen 25 Jahren, und damit eine bebilderte Zeitreise, sind dabei in den beiden Räumen des KTM zu sehen, sondern jüngere Werke. Jedoch surrt bei der Vernissage am vergangenen Samstag ein Beamer in einer Ecke, der Fotos aus dem Vereinsleben an die Wand wirft und damit stille Einblicke in Vergangenes gewährt.

„Bunt und abwechslungsreich, jeder hat seinen eigenen Stil“, beschreibt Heinrich Müller, der Vorsitzende, seinen Verein, seine Maler. Man sei „möglichst locker in allen Beziehungen“ und „geht die Sache mit Spaß an“, so der 76-Jährige am Abend der Eröffnung. Nicht studierte Maler, sondern Hobbykünstler, Freizeitkreative greifen dabei zu Pinsel und Farbe. Gemeinsam entwickeln sich die Maler weiter. Untereinander helfe und berate man einander, etwa bei der Wahl des Bildinhaltes. „Man muss in das Motiv verliebt sein“, weiß Müller.

Gegründet wurde der Malzirkel 96 von Hans Georg Hasenstab, nach dessen Tod 2009 trat Richard Lorenz Mayr, langjähriges Mitglied der Künstlergruppe, die Nachfolge an, inzwischen steht Müller an der Spitze. 22 Mitglieder zählt die Künstlergruppe, die auf der Suche nach Nachwuchs ist. „Ein sehr großes Problem“, sagt Müller, „junge Leute haben oft nicht die Muse“.

Dass die Mitglieder viel Muse haben, beweisen die Malereien, die nur noch heute und morgen in der Jubiläumsausstellung zu betrachten sind. Dass sie lediglich in Hobbymanier bemalt wurden, lassen sich die Leinwände, Kartone und das Papier nicht anmerken. Zu sehen sind Akte, Porträts, Landschaften – einsame, mit Menschen oder Tieren – und Stillleben. Blumen in sanften Pastelltönen, die zu erfreuen vermögen, eine Berglandschaft bewandert von Menschengestalten, ein Anblick, der einer Mahnung gleichkommt. Letzteres Bild ist eines der aktuellen Werke von Dieter Reinhardt. Er steht vergangenen Samstagabend bei der Eröffnung vor der Wand, an der seine jüngsten Malereien hängen. Ein ernster Blick. Er habe „die derzeitige Situation“ darstellen wollen, meint er, wie die Menschen „mit unserem Planeten“ umgehen. „Wenn wir heute ins Gebirge schauen – überall ist einer“, sagt der Maler, während hinter ihm das farbige Aquarell „Menschen am Berg“ leuchtet.

Um Reinhardt herum wimmelt es bei der Vernissage. Bilder werden betrachtet, begutachtet, Köpfe überlegend zur Seite geneigt. Oftmals lässt ein „VB“ unter den Titeln nur erahnen, welchen Preis die Kunst trägt. Gelegentlich sind die Preise aber auch in Zahlen festgesetzt. Manche lässt Müller nicht unkommentiert. Er spaziert durch die Ausstellung und blickt auf Aquarellmalereien, „die Dame ist viel zu günstig, da müssen wir mal reden“, lächelt er und schwärmt von der Pinselführung. An seinen Gemälden, darunter ein Bild prall gefüllt mit bunten Regenschirmen, hängt kein Preisschild. Wie er einen Preis aushandelt? „Pi mal Daumen“, er schaue, mit welchem Auto der potenzielle Käufer gekommen sei, scherzt er.

Draußen, vor den Fenstern, spielt eine Band. Dort draußen begrüßt Müller in aller Kürze zahlreiche Besucher, ehe er dem stellvertretenden Landrat, dem Murnauer Gemeinderat und Kulturreferent Dr. Michael Rapp das Wort übergibt. „Malen kann nicht jeder“, ist dieser überzeugt. Rapp lobt die Künstlergruppe, deren Ausstellungen er „immer gerne“ besuche. Die Maler gehen mit Freude ans Werk, fühlen Empathie für einander und empfinden Freude am Leben, meint der Kulturreferent. Der Verein sei eine Stütze für die Kunst und Kultur in Murnau. Müller bedankt sich für die Rede, einer Laudatio gleich, und spricht von „schmeichelnden Worten“ aus Rapps Mund. „Ehrliche Worte“, betont da der Kulturreferent, der sich anschließend unter die Besucher mischt und mit freudigem Blick durch die Bilderwelt wandelt.

Die Jubiläumsausstellung des Vereins Malzirkel 96 Murnau ist nur noch an diesem Wochenende, täglich von 15 bis 19 Uhr, in den Räumen Münter und Kandinsky im KTM zu besichtigen.

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