AG "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" spricht über Flexibilität und Förderprogramme für Unternehmen

Familien und Betriebe unterstützen

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Die Gruppe traf sich zum Gespräch in der Seestuben in Weilheim: Darunter sind Stephan Frenzl, Maria Vogl, Hans Medele, Petra Regauer, Andreas Weber, Stefan Zirngibl und Karl-Josef Fischer.

Weilheim – Wie sagt Landrat Dr. Friedrich Zeller: „Der Landkreis ist familienfreundlich.“ Das Familienbündnis Weilheim fragte daher 50 der größten Unternehmen in Weilheim – die Anzahl der Mitarbeiter zählte – , wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Betrieb ist und ob sie Wünsche und Anregungen an die Stadt haben.

Die AG „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ lud die Geschäftsführer der Weilheimer Unter- nehmen, die an der Umfrage teilgenommen hatten, ein, um ihnen die Ergebnisse zu zeigen. Darunter waren beispielsweise Claudia Höfler (Sparkasse), Andreas Weber (Echter GmbH), Hans Medele (Autohaus Medele GmbH), Stefan Zirngibl und Stephan Frenzl. 

Ziel der AG ist die Stärkung der Familienfreundlichkeit von Unternehmen vor Ort. Arbeitgeber und -nehmer sollen einen Nutzen von der AG haben. Die Rücklaufquote der Fragebögen beträgt 28 Prozent. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wir konnten eine repräsentative Präsentation über die Lage in den Betrieben zusammenstellen“, sagte Karl-Josef Fischer von der AG. Bei den Branchen, die geantwortet haben, handelt es sich überwiegend um das Handwerk (57 Prozent) und den Einzelhandel (21 Prozent). Fakt ist: Über die Hälfte der Unternehmen bieten mehrere Arbeitszeitmodelle, wie Teilzeit, Gleitzeit und Schichtarbeit an und die Hälfte ermöglicht das Arbeiten von zu Hause aus. 


Mittlerweile ist die Flexibilität in Betrieben ein wichtiger Faktor für Arbeitnehmer. Ist ein Kind krank, muss die Mutter vielleicht zu Hause bleiben oder Eltern müssen früher gehen, wenn die Kinderbetreuung während der Ferien ausfällt. 

Betriebe haben verschiedene familienunterstützende Maßnahmen entwickelt: 50 Prozent bieten ein Wiedereinstiegsprogramm für Eltern und die Vermittlung von Betreuungsplätzen (14 Prozent), Kinder im Betrieb und die Vermittlung von Pflegediensten (7 Prozent) und Angebote für Beschäftigte in Elternzeit (36 Prozent) an. Positiv fiel ein Betriebskindergarten in Weilheim auf. „Das nenne ich herausragendes Engagement. Es war eben ,Not am Mann’, das ist der Hintergrund zu der Geschichte“, erklärte Maria Vogl, Gleichstellungsbeauftragte des Arbeitsamtes. 

Die AG stellte aber fest, dass noch mehr für Familien getan werden muss. „Wir hinken noch hinterher“, sagte Fischer. Das zeigen auch die Zahlen der Rückkehrer nach der Erziehungszeit: 90 Prozent der Vollzeitmitarbeiter kommen nicht wieder in den Betrieb, dafür aber 80 Prozent der Teilzeitmitarbeiter. Qualifizierte Nachwuchskräfte sind bei Unternehmen immer noch ein Thema, denn 30 Prozent der Betriebe haben Schwierigkeiten, eine freie Stelle mit einer qualifizierten Arbeitskraft zu besetzen. 

Standortfaktor Familienfreundlichkeit

Können Familien in der Stadt Weilheim gut leben? 85 Prozent der befragten Unternehmen beantworteten die Frage mit „ja“, beziehungsweise mit „eher familienfreundlich“. 15 Prozent finden das weniger. 

Etwas mehr als die Hälfte der befragten Betriebe wünschen sich weitere Informationen, insbesondere Praxisbeispiele, wie sie denn in Sachen „Familienfreundlichkeit“ ihre Unternehmenspolitik weiterentwickeln können. 

Was erwarten die Betriebe von der Stadt? Die Antwort sind Angebote, wie Schulkinderbetreuung oder Horte. Das wird als wichtigste Maßnahme gesehen, damit Weilheim die Familienfreundlichkeit in der Stadt verbessert. 

Vogl gab auch einige Tipps an die Unternehmensführer, die zum Gespräch geladen waren. Wichtig sind flexible Angebote, denn mit dem Kindesalter ändern sich die Anforderungen. Wer eine Betriebskantine hat, könnte Essensmöglichkeiten für Kinder bereitstellen oder auch Speisen zum Mitnehmen anbieten. Die Hausaufgabenbetreuung ist ebenfalls wichtig. „Viele Mütter kommen nach der Arbeit nach Hause und müssen mit ihrem Kind noch zwei bis drei Stunden lernen. Das strengt auch an“, erklärte Vogl. 

Förderungen für Betriebe

Seit dem 30. November 2012 können Unternehmen an dem neuen Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend teilnehmen. Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss, wenn sie neue, betriebliche Kinderbetreuungsplätze einrichten. Oder: Es gibt das Programm zur Förderung von Festanstellungsmodellen in der Kindertagespflege. Arbeitgeber, die Kindertagespflegepersonen entsprechend den Förderbedingungen sozialversicherungspflichtig beschäftigen, erhalten eine Förderung für Personalausgaben und zugehörige Verwaltungskosten. Das Antragsverfahren ist bis zum 30. November möglich. Mehr Infos gibt es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie.

Von Alma Jazbec

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