Stadt zahlt für Schäden am Vereinsheim am Zotzenmühlweg

Günstig ist nicht immer besser

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Bei dem Vereinsheim am Zotzenmühlweg besteht dringender Sanierungsbedarf.

Weilheim – Schimmel an der Decke sowie feuchte und undichte Dachplatten: Die Fotos, die Stadtkämmerer Christoph Scharf vom Vereinsheim am Zotzenmühlweg bei einer der letzten Sitzungen des Hauptausschusses vorlegte, machten deutlich, wie dringend es dort einer Sanierung bedarf. Das 1998 von der Stadt errichtete Gebäude, das vom TSV und dem SVL gemeinsam genutzt wird, soll nun renoviert werden.

„Die Bilder verdeutlichen, was es bedeutet, wenn man in der Vergangenheit günstig baut“, erklärte Scharf. Das Dach sei zwar schon länger undicht, der wie Scharf betonte „glühende Tropfen“ ereignete sich jedoch im November 2018. Nach Starkregenfällen wurden im Bereich der Sanitäranlagen im Erdgeschoss Schimmelbildungen an der Decke festgestellt. Als daraufhin eine Schadensanalyse durch ein Architekturbüro durchgeführt wurde, kamen die enormen Schäden ans Licht: Die gesamte Dachhaut, also Dachplatten und Unterspannbahnen sind undicht und es gibt enorme Schäden an der Konterlattung und den darunter liegenden Innenräumen. „Das Ding ist nicht mal 20 Jahre alt“, so Scharf, der als Ursache für die Schäden die damals auf einfachste Weise ausgeführte Dachdeckung und die, für die geringe Dachneigung eigentlich ungeeigneten, Dachziegel verantwortlich macht. Obwohl TSV und SVL sowie die ausführende Firma ihre Bedenken bezüglich der Dichtigkeit bei der geplanten Ausführung für die Dachdeckung geäußert und sich für eine teurere Variante ausgesprochen hatten, habe sich die Stadt damals für die günstigere Variante entschieden.

Bis auf die Heizungsanlage wurde der Unterhalt für das gesamte Gebäude auf die beiden Vereine übertragen. Die nötigen Sanierungskosten (circa 80 000 bis 85 000 Euro) sollen nun jedoch nicht von den Vereinen, sondern von der Stadt getragen werden. „Wir nehmen die Schuld auf uns und übernehmen die Sanierungskosten“, sagte Scharf. Dieser Vorschlag kam bei den Mitgliedern des Hauptausschusses an. „Es war damals eine falsche Einschätzung der Stadt. Wir können die Vereine nicht im Regen stehen lassen“, so Tillmann Wahlefeld (BfW). „Wir müssen die Konsequenzen tragen“, stellte Marion Lunz-Schmieder (CSU), die darauf aufmerksam machte, wie wichtig Sport- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche in der Stadt sind, fest. „Es ist wichtig, dass wir dafür die nötigen Rahmenbedingungen schaffen.“

Für die Finanzierung als überplanmäßige Ausgabe soll die Haushaltsstelle für Sportzuschüsse angezapft werden. Knapp die Hälfte der Kosten (40 000 Euro) wären gedeckt, wenn auf die eigentlich im Haushalt eingeplante neue Bewässerungsanlage des Sportplatzes verzichtet werden würde. Der Rest könnte über die Mehreinnahmen aus den Schlüsselzuweisungen finanziert werden, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Der TSV, der stellvertretend für beide Vereine die Maßnahmen abwickeln würde, versucht parallel dazu, Zuschüsse des BLSV zu generieren. Laut Scharf können diese nur beansprucht werden, wenn der Mietvertrag zwischen TSV, SVL und der Stadt vorzeitig verlängert wird. Aktuell läuft dieser bis zum 31. Mai 2025. Petra Arneth-Mangano (SPD) sah dies jedoch als „ein klein wenig problematisch“ an. Ihr bereite eine möglicherweise in der Nähe des Vereinsheims vorbeiführende Trasse der Entlastungsstraße Sorgen. Es sei schwierig, wenn TSV, SVL und BLSV viel Geld investieren würden und das Vereinsheim aufgrund einer Trasse wieder weg müsste, so Arneth-Mangano. „Was irgendwann mal kommt, nutzt uns jetzt wenig. Es muss jetzt aber etwas gemacht werden“, entgegnete Petra Hofer (BfW).Sitzungsleiterin Angelika Flock (CSU) machte darauf aufmerksam, dass eine mögliche Trasse sowieso erst in 15 bis 20 Jahren vorbei laufen würde.

Sowohl der Hauptausschuss, der vorberatend tätig war, als auch der Stadtrat, der vor Kurzem tagte, votierten einstimmig für die Übernahme der Sanierungskosten durch die Stadt und eine Verlängerung der Pachtverträge mit den Vereinen.

Von Maria Lindner 

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