Richtlinien für neues Wohnquartier

In Vertrag mit Investor vorab Ziele festlegen: Weilheims Stadtrat unisono für "Phase Null"

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Das Plankonzept für das Neubaugebiet „Nördlich der Geistbühelstraße“ steht.

Weilheim – Das Plankonzept für das Neubaugebiet „Nördlich der Geistbühelstraße“ mit circa 270 Geschosswohnungen, Kindertagesstätte und öffentlicher Parkanlage steht. Da es sich bei dem Quartier um eine wichtige innerstädtische Bebauung handelt, werden mit dem Investor im Vorfeld Qualitätsstandards festgelegt.

Bauausschuss und Stadtrat haben sich mehrfach mit der Bebauung des Areals zwischen Pöltner Kirche, Au und Geistbühelstraße befasst und dem Plankonzept zugestimmt. Auf dessen Basis, beschloss der Stadtrat, soll die Bauleitplanung fortgesetzt werden. Das Architekturbüro „Pfaffenberger-Schleich-Walther“ aus Seehausen hat für das Areal einen Bebauungsplan erstellt. Der Vorschlag von Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt, mit dem Investor im Vorfeld konkrete Ziele festzulegen, fiel bei den Stadträten auf fruchtbaren Boden. Jetzt bestehe die Chance, „festzuzurren, was wir bei diesem und anderen noch folgenden Quartieren eigentlich wollen“, gab die Stadtbaumeisterin in der letzten Sitzung des „alten“ Stadtrates die Richtung vor: „Der Investor soll wissen, was auf ihn zukommt.“ Sozial vergünstigter Wohnraum ist auf der auch als „Dietmayr-Anger“ bezeichneten Fläche ebenso geplant wie Sozialwohnungen und Wohnraum für die ältere Generation.

In einem „Phase 0“ genannten Workshop sollen Qualitätsstandards – wie Fassaden- und Dachbegrünung, Mobilitätskonzept, Energiestandards, Barrierefreiheit, Grünzüge – erarbeitet und in einer städtebaulichen Vereinbarung festgehalten werden. All das, führte Roppelt aus, „muss jetzt mit Fakten belegt“ werden. An dem Workshop sind Vertreter aus Politik, städtischer Verwaltung, Investor, Planer, Agenda 21 sowie die Regierung von Oberbayern beteiligt. Von Letzterer werden aus der Städtebauförderung Zuschüsse für die Maßnahme erwartet, wie Roppelt in der Stadtratssitzung berichtete. „Im Moment“, informierte sie das Gremium weiter, „sind wir noch auf der Suche nach einem Moderator.“

Die Stadträte zeigten sich von Roppelts Konzept angetan und sprachen sich einstimmig für dessen Umsetzung aus. Grünen-Sprecher Alfred Honisch wollte wissen, ob die der Bauleitplanung vorgeschaltete „Phase 0“ „in so kurzer Zeit“ überhaupt zu schaffen sei. Für das Erarbeiten der Ziele und Qualitätsstandards sind sechs Wochen angesetzt, antwortete ihm die Stadtbaumeisterin.

Uta Orawetz (CSU, inzwischen aus dem Stadtratsgremium ausgeschieden) wies auf die unter der Schwaigerstraße befindlichen und durch Gebäude führenden Hauptleitungen (Sparten) hin: Da die im Zuge einer dortigen Bebauung notwendige Verlegung der Kanäle und Leitungen mit erheblichen Kosten verbunden wäre, sollte dies „auch dem neuen Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt“ werden. In der technischen Umsetzung sieht Roppelt kein Problem. Wie hoch diese vom Investor zu tragenden Kosten sind, „muss noch ermittelt werden“.

„Vorher bestimmte Punkte abstimmen, anstatt später wieder umplanen zu müssen“: Das entspricht dem Wunsch des gesamten Stadtrats, freute sich Klaus Gast (CSU). Auch Michael Lorbacher begrüßte Roppelts Konzept als „eine Riesenchance“. Der inzwischen aus dem Plenum ausgeschiedene SPD-Vertreter appellierte an das neu gewählte Gremium, „den Kostenaspekt im Auge zu behalten“. In dem neuen Bauquartier, so Lorbacher, sollte Wohnraum auch für Bürger mit schmalem Geldbeutel erschwinglich sein.

Von Maria Hofstetter

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