"Vertrauen der Bürger gewinnen"

„Selbsterkenntnis und Kritik sind der erste Weg zur Besserung“ – wenn diese alte Volksweisheit stimmt, dann ist die Weilheimer CSU auf diesem Weg. Das es nicht leicht wird, ist den Verantwortlichen klar, aber der erste Schritt dazu wurde in aller Öffentlichkeit getan. „Wir wollen Ihr Vertrauen zurückgewinnen“, kündigte der neue Vorsitzende des Ortsverbands Karl-Josef Fischer vor etwa 150 Gästen auf dem Neujahrsempfang am vergangenen Freitag im Foyer des Stadttheaters an.

Fischer ersparte den Mitgliedern, den Gästen aus München und Berlin sowie den Vertretern aller Stadtratsfraktionen langatmige Analysen. „Wir haben atemberaubende Verluste erlitten und sind nach Jahrzehnten im Stadtrat nicht einmal mehr die stärkste Fraktion. Die Bürger haben uns nach der ersten Verwarnung im Jahr 2002 in aller Deutlichkeit in die zweite Reihe gesetzt“, bekannte er. Seine Botschaft an die Wähler: „Wir werden die Bürger dieser Stadt und ihre Anliegen wieder in den Mittelpunkt unserer Anstrengungen stellen und das Gespräch suchen. Wir wollen programmatisch, zuverlässig wie auch transparent sein und geschlossen auftreten“, versprach Fischer. Ansatzpunkte politischer Arbeit sollen Soziales, Schulen, Wohnen, Verkehr, Wirtschaft sein. Als konkretes Beispiel nannte er das Programm „Weilheimer Familien in Not“, das auch durch Spenden weiter gefördert werden soll. Über die Verwendung der Gelder hätten nur die Vertreter der beiden großen Kirchen zu entscheiden – unabhängig durch wen sie bereit gestellt wurden. In der Infrastruktur gilt das künftige Engagement beispielsweise der Bereitstellung ausreichender Gewerbeflächen, dem Ausbau der Bahnlinie München-Garmisch, einer neuen Dreifachturnhalle sowie der Ortsumfahrung. Das letzte Wort hatte Staatsministerin Christine Haderthauer, die in Weilheim herzlich begrüßt wurde. Auch für sie führt am Neuanfang mit Kehrtwende kein Weg vorbei. „Wir müssen Gedankengänge wie Entscheidungen dem Bürger erklären und damit nachvollziehbar gestalten. Wir brauchen das Miteinander zum Gestalten, nicht den Alleingang“, betonte sie. In der Familienpolitik sei zwar die Ganztagsbetreuung von Kindern nötig, jedoch könne der Staat nicht die Elternrolle besetzen. Zudem müsse die Arbeit Ehrenamtlicher von der Politik stärker anerkannt werden, so Haderthauer abschließend. Danach war der Weg frei für das Gespräch mit den politischen Größen, eine seltene Gelegenheit, von der die Gäste des Empfanges bis nach 22 Uhr regen Gebrauch machten.

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