Mit Antrag abgeblitzt

Verzehrgutschein für Weilheimer Senioren: AfD-Vorschlag abgelehnt

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Die AfD forderte den Stadtrat auf, sowohl für die Senioren als auch für die Weilheimer Gastronomie "etwas Gutes zu tun".

Weilheim – Die Stadt sollte ihren Senioren und gleichzeitig den von der Corona-Pandemie gebeutelten Gastronomiebetrieben „etwas Gutes tun“, forderte AfD-Stadtrat Rüdiger Imgart. Mit seinem Antrag für eine „20 Euro-Gutschein-Aktion“ traf er in der jüngsten Stadtratssitzung allerdings nur bei Ullrich Klinkicht auf Zustimmung.

Ältere Menschen seien „besonders gefährdet und von Zwangs- und Schutzmaßnahmen im Zusammenhang mit Corona besonders betroffen“. Dies gelte auch für die Gastwirtschaften in der Kreisstadt, für die „eine vollständige Aufhebung der Maßnahmen noch gar nicht absehbar ist“, heißt es dazu in Imgarts Pressemeldung. Da die Stadt im vergangenen Jahr 5 469 Bürger ab 65 Jahren zur Brotzeit aufs Volksfest eingeladen habe, sollten diese Gelder nun den Betroffenen, Cafés, Restaurants und Gaststätten in Weilheim zugute kommen. Die Stadt setze damit „ein Zeichen zur aktiven Bekämpfung der Corona-Folgen“.

Wie Bürgermeister Markus Loth erklärte, sei die Einlösefrist für die Verzehrgutscheine an den 30. Juni gekoppelt gewesen, ein Finanzierungsvorschlag habe in dem Antrag gefehlt. Hauptamt-Mitarbeiter Stefan Popp schlüsselte die Kosten auf: 2019 wurden an 5 486 Senioren ab 65 Jahren Essens- und Getränkegutscheine für je 3,50 Euro verschickt, 3195 Bürger haben ihre Bons eingelöst. Plus Versand entstanden der Stadt Kosten in Höhe von 22 300 Euro. Für heuer waren auf Basis bisheriger Erfahrungswerte 24 000 Euro eingeplant. Imgarts Vorschlag würde die Stadt circa 110 000 Euro plus Porto kosten.

Die Einladung der Senioren aufs Volksfest sei „ein gesellschaftliches Ereignis“, bei dem das Miteinander im Vordergrund stehe, und eine willkommene Abwechslung auch für die Heimbewohner, bezog Seniorenreferentin Brigitte Holeczek (BfW) Position. Nachdem das Volksfest heuer abgesagt werden musste, sei damit die Gutschein-Aktion hinfällig geworden. Kritisch sah es Holeczek, dass damit „Senioren in Coronazeiten ins Gasthaus gelockt“ werden würden.

Auch Volksfest-Referentin Saika Gebauer-Merx (FDP) lehnte den Antrag ab. Neben finanziellen Gründen – um 86 000 Euro höhere Kosten als im städtischen Haushalt für 2020 eingeplant – würde die Aktion für die Wirte, die dazu nicht befragt worden seien, bei der Abrechnung einen „erheblichen Mehraufwand“ bedeuten. Lediglich Klinkicht (Weilheim Miteinander), der eine Reduzierung des Gutscheinbetrags auf zehn Euro vorschlug, konnte dem Antrag einen „gewissen Charme“ abgewinnen.

Von Maria Hofstetter

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