Bildung mit Begegnung

Vhs Murnau plant über 100 Präsenzveranstaltungen im Frühjahr/Sommer

Die Verantwortlichen bei der Vhs Murnau.
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Bermet Abdrahmanova, Ana Begović und Lorene Mayet (vorne von links) sowie Heinfried Barton und Dr. Michael Rapp (hinten von links) vor dem Innovationsquartier, in dem sich Räume der Vhs befinden.
  • Stephanie Novy
    VonStephanie Novy
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Murnau – Er nimmt das vor sich liegende Blatt zwischen seine Finger und schnauft durch. „Das ist schon die vierte Fassung“, sagt Dr. Michael Rapp. Der Vorsitzende der Volkshochschule Murnau schaut auf das Papier, das Hygienekonzept, mit dem die Vhs ins neue Semester starten möchte. Anmeldungen für das Frühjahrs- und Sommerprogramm, mit einer Vielzahl an Präsenzveranstaltungen, sind bereits möglich. Ob die Volkshochschule, wie geplant und erhofft, ab Ostern wieder eine Begegnungsstätte werden kann, ist jedoch noch unklar.

Das Lächeln ist nicht aus seinem Gesicht verschwunden. Gemeinsam mit Rapp sitzt Heinfried Barton, Geschäftsführer und pädagogischer Leiter der Vhs Murnau, im Raum 116 des Innovationsquartiers, in dem für gewöhnlich Integrationskurse stattfinden. Dabei würde es nicht überraschen, wenn Barton nicht zum Lächeln zumute wäre. Wegen der Corona-Pandemie herrscht in der Vhs seit rund einem Jahr kein Normalbetrieb mehr, veranstaltungsarme oder gar abgebrochene Semester und Mitarbeiter in Kurzarbeit und Homeoffice. Doch Barton bleibt „hoffnungsfroh“, wie er sagt. Hoffnungsvoll blickt er auf das Frühjahrs- und Sommersemester, in dem etwa 110 Präsenzveranstaltungen geplant sind. Klingt viel, ist es aber nicht. Es sei etwa die Hälfte vom Normalbetrieb, schätzt der Vhs-Vorsitzende Rapp. Zwar deckt das Programm auch abgespeckt alle Fachbereiche ab, jedoch können atmungsintensive und bewegungsreiche Kurse noch nicht umgesetzt werden. Und auch kulturelle Veranstaltungen wurden vorerst zurückgestellt. Außerdem wurden die maximalen Teilnehmerzahlen halbiert. Die Einhaltung des Hygienekonzeptes habe schließlich absolute Priorität, „die Gesundheit steht über allem, wir richten uns nach allem, was vorgeschrieben ist“, betont Rapp. Barton nickt und blickt auf den Boden. Dort haften zur Abstandsregelung schwarz-gelb gestreifte Klebebänder, die bereits im ersten Lockdown angebracht wurden.

Um Kontakte im Vorfeld einzuschränken, erfolgen Anmeldungen online oder telefonisch. Auch das Programm ist nur im Internet zu finden, „es wurde nicht schriftlich aufgelegt“, sagt der Vhs-Vorsitzende. Online wurden in der Zeit des Lockdowns auch ein paar Kurse weitergeführt, Sprachkurse etwa, in denen sich Gruppen zusammenfanden, die schon in Präsenz gemeinsam gelernt hatten. Diese Präsenz ist es nun, die Barton und Rapp anstreben. „Die Stärke der Vhs ist die Präsenz“, sagt Rapp. Immerhin versteht sich die Volkshochschule als Ort des Lernens, als lebendiger und nicht rein virtueller Ort. Bis man wieder mit Anwesenheit glänzen kann, dauert es wohl aber noch ein wenig, „wir werden noch ein bisschen warten müssen“, sagt Rapp, der wie Barton auf einen Start ab Ostern hofft. Das hofft sicherlich auch Lorene Mayet. Die Sozialpädagogik-Studentin sitzt vor Barton und lächelt. Im Rahmen eines Praktikums organisiert sie den diesjährigen TalentCAMPus in den Osterferien, ein kostenloses Camp, das einen „Mix aus Kreativität und Bildungseinheiten“ biete, erklärt Barton.

Ohne Sprache keine Integration

In dem Raum 116 haben aber auch noch Bermet Abdrahmanova und Ana Begovic Platz genommen. Zwei neue Gesichter an der Vhs.
Abdrahmanova agiert seit Jahresbeginn als pädagogische Leitung im Bereich Integration und organisiert gemeinsam mit Begovic Berufssprachkurse, Integrationskurse und Alphabetisierungskurse sowie DaF-Kurse. Nach Ostern wolle man in allen Bereichen, von Level A1 bis C1, beginnen, so Barton. Berufsbezogene Angebote aus dem Fachbereich dürfen aber schon wieder laufen. Und das ist wichtig. „Ohne Sprache ist keine Integration möglich“, sagt Rapp. Damit Integrationskurse online abgehalten werden können, müssen alle Teilnehmer über entsprechendes Equipment verfügen. Daher verleiht die Vhs im Bedarfsfall Laptops an Lernende. „Wir haben aus eigener Kraft zehn Laptops besorgt“, sagt Barton und verlässt mit der Truppe Raum 116, um nach draußen zu seinem Auto und den neuen Laptops zu gehen.

Auf dem Weg dorthin bleibt Rapp vor einer Vhs-Türe stehen. Er zeigt auf einen darauf klebenden Info-Zettel, fährt mit seinem Zeigefinger die Zeilen entlang und tippt auf ein Datum. „Da steht immer noch ‚ab 1.12. geschlossen‘“, sagt er. Ein Ende der Schließzeit ist nicht darauf zu finden. Noch nicht.

Kursanmeldungen sind möglich über die Webseite oder telefonisch unter 08841/2288 montags, mittwochs und donnerstags zwischen 10 und 12 Uhr. Wer an einem Angebot aus dem Fachbereich Integration teilnehmen möchte, der wird um Kontaktaufnahme per E-Mail an integration@vhs-murnau.de oder per Telefon unter 08841/6780944 gebeten.

Von Antonia Reindl

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