Weg mit den Barrieren

Viel Lob an die Marktgemeinde Peißenberg zur VdK-Kampagne

Infopoint im Rathaus Peißenberg ist jetzt barrierefrei
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Der Infopoint im Rathaus ist inzwischen auch für Rollstuhlfahrer gut nutzbar. Davon überzeugten sich (v.li.): Bürgermeister Frank Zellner, „Rollstuhl-Testperson“ und Sozialreferent des Marktrats Christian Quecke, Alois Lenz, Gebäudemanagerin Claudia Gorn, Edi Schieder und VdK-Prüfer Reinhold Nöth.

Peißenberg – Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am öffentlichen Leben ermöglichen: Das ist Sinn und Zweck der bundesweiten VdK-Kampagne „Weg mit den Barrieren!“. Dabei geht es vor allem um die Beseitigung von baulichen Schranken, die das Alltagsleben für Menschen mit Behinderungen unnötig erschweren. Im Rahmen der Kampagne wurde 2016 auch Peißenberg näher unter die Lupe genommen. Nun fand eine Evaluierung statt – mit positivem Ergebnis.

„Peißenberg hat sich im Vergleich zu anderen Gemeinden wirklich gut geschlagen. Es ist schon einiges passiert“, erklärte VdK-Ortsverbandsvorsitzender, Alois Lenz, bei einer „Kontroll-Ortsbegehung“. Auch Edi Schieder, VdK-Tourismusberater für barrierefreies Reisen, hatte viel Lob parat: „Peißenberg und Uffing, die haben am meisten getan. Bei anderen Gemeinden sind wir oft bis zu sechs Mal hingefahren, bis etwas vorangegangen ist.“

Bei der ersten Ortsbegehung 2016 hatte die damalige VdK-Delegation mehrere Kritikpunkte aufgelistet, zum Beispiel entsprach ein Behindertenparkplatz am Rathaus von der Breite her nicht der DIN-Norm. Das Problem wurde inzwischen behoben. Im Zuge des Parkplatzbaus für die Sozialstation wurde ein neuer, DIN-gerechter Behindertenparkplatz angelegt. Auch sonst wurde die behindertengerechte Infrastruktur im Rathaus weiter optimiert. Der computergesteuerte Infopoint direkt im Eingangsbereich ist ebenerdig erreichbar und inzwischen in der Höhe individuell verstellbarer. Somit kann er von Rollstuhlfahrern ohne Probleme genutzt werden. Auch die Behinderten-Toilette im Foyer-Hochparterre wurde technisch nachgerüstet. Großes Lob erntete die Gemeinde für den Einbau einer behindertengerechten Toilettenanlage im Bürgerhaus „Flöz“. Einzige Kritikpunkte der VdK-Prüfer: Das Hinweisschild an der Außentüre ist zu klein und sollte durch ein größeres ersetzt werden. Und: Am Bahnhof sollte ebenfalls eine Hinweistafel zum Behinderten-WC auf der Straßenseite gegenüber installiert werden.

Auch am Bahnhof hat sich mittlerweile einiges getan: Nach den aufwendigen Umbauarbeiten sind Gleis eins und zwei nahezu behindertengerecht zugänglich. Allerdings: Für blinde beziehungsweise sehbehinderte Menschen fehlt am Bahnsteig noch ein Teil des haptischen Leitsystems zum Zug. Alles in allem sind es überwiegend Kleinigkeiten, die in dem 14-seitigen Evaluierungsbericht kritisch aufgeführt werden. Positiv wird ausdrücklich vermerkt, dass die Poststelle nach dem Umzug inzwischen barrierefrei zugänglich ist. Gelobt werden auch die baulichen Voraussetzungen im Rigi-Center, zum Beispiel mit der „Drive-in-Apotheke“. Keine Beanstandung mehr gibt es mittlerweile bei der Toilettenanlage am Friedhof. Dort wurde technisch mit einem Notschaltsystem nachgerüstet. Das Gesamtfazit von Lenz: „Das Ergebnis ist hervorragend – auch wenn noch nicht alles in Ordnung ist.“

Von Bernhard Jepsen

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