Viele Vorbehalte gegen die Geothermie – Bürgerinitiative beruft sich bei Infoveranstaltung auf negative Erfahrungen anderer Projekte

Würde „Erdwärme Oberland“ auch ohne das EEG in Weilheim bohren und bauen?, fragten sich einige Besucher in der Stadthalle. Foto: Jazbec

„Allein aus Umweltschutzgründen sollten wir dieses Projekt nicht akzeptieren“, hieß es am vergangenen Mittwoch auf einer Infoveranstaltung der „Bürgerinitiative fürs Oberland“ (BifO). Rund 400 Besucher wollten sich in der Stadthalle über die Risiken der Geothermie informieren.

Aus Sicht der BifO bestehe bei den Betreibern der Geothermie „Goldgräberstimmung“, da diese über das erneuerbare Energien Gesetz 2011 (EEG) finanzielle Unterstützung erhalten würden. Die BifO hatte zwei Redner nach Weilheim geholt. Diplom Ingenieur Björn Schmitt aus Tutzing und Werner Müller von der map tec Landau. Schmitt erklärte technische Details und bemängelte vor allem den schlechten Wirkungsgrad der geplanten Anlage. Von der gewonnenen Erdwärme würden nur zehn Prozent in Strom umgewandelt und 90 Prozent ungenutzt in die Atmosphäre abgegeben, kritisierte er. „Da stimmen Aufwand und Nutzen nicht“, so Schmitt. Einige BürgerInnen schüttelten den Kopf nach dieser Aussage. Müller ging auf die Situation in Landau/Pfalz ein. Dort steht seit 2007 ein Geothermiekraftwerk, bei dessen Betrieb es große Probleme gebe. Die Bohrungen hätten Erdbeben in einer Stärke von 2,4 und 2,7 ausgelöst und zu Schäden an mehreren Häusern geführt. Müller hatte allerdings nicht erwähnt, dass Landau im aktiven Erdbebengebiet des Oberrheingrabens liegt, wo völlig andere natürliche Voraussetzungen herrschen als in Oberbayern. Auch die Technik der Thermalwasserrückführung wurde angesprochen, die für Weilheim aber anders als in Landau konzipiert werden soll. „Wie weit ist die Planung für das Kraftwerk in Weilheim?“ wollte eine Bürgerin wissen. Bürgermeister Markus Loth wies auf die Bürgerversammlung am 24. Mai hin. Dort werde es mehr Informationen geben. Diese Antwort stimmte etliche Besucher nicht zufrieden, sie buhten Loth aus. Am Ende der gut zweistündigen Veranstaltung meldete sich Dr. Markus Wiendieck zu Wort. Der Geschäftsführer von „Erdwärme Oberland“ stellte einige seiner Meinung nach falsch recherchierte Informationen richtig, die unter anderem den Wirkungsgrad des Weilheimer Projektes und die Subventionen betreffen.

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