Volksbegehren startet in die zweite Runde: Jetzt geht es ans Eintragen

"Da läuft etwas schief"

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Als Aktionsbündnis-Sprecher fürs Volksbegehren im Einsatz. V.li. Dr. Knut Neubeck (LBV), Agnes Edenhofer, Manuel Neulinger, Dr. Helmut Hermann (BN) und Dr. Maiken Winter.

Weilheim/Landkreis – Am 31. Januar beginnt die Eintragungsfrist für das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“. Damit es Erfolg hat, müssen sich bis 13. Februar knapp eine Million wahlberechtigte bayerische BürgerInnen in den Rathäusern eintragen.

Im Landkreis koordiniert ein überparteiliches Aktionsbündnis die Aktivitäten. Unter anderem wollen ÖDP, Grüne, Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern erreichen, dass im bayerischen Naturschutzgesetz Regelungen für den Artenschutz verankert werden.

Als „dramatisch“ bezeichnete Manuel Neulinger vom Kreisverband der Grünen bei einem Pressegespräch in Weilheim den massiven Rückgang der Fluginsekten – „bis zu drei Viertel sind verschwunden, da läuft etwas gravierend schief“ – und führte als Mitursachen die zunehmende Intensivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft an. Um dies zu ändern, müsse der ökologische Landbau gestärkt werden, da dieser umweltschonender sei. Neulinger sieht den Staat in der Pflicht, für die Landwirte „finanzielle Anreize“ zu schaffen, damit mehr Biolandbau betrieben wird; aktuell sind es nur circa zehn Prozent.

Dr. Maiken Winter kommt der „Nachhaltigkeitsgedanke“ zu kurz. In der Ausbildung der Landwirte müssten ökologische Aspekte stärker gewichtet werden und die Regierung jährlich einen Bericht vorlegen, „wie weit die ökologische Landwirtschaft fortgeschritten ist“, forderte die Fachsprecherin des Volksbegehrens. Auch die ÖDP-Kreisvorsitzende Agnes Edenhofer beobachtet den massiven Schwund der Insekten, Kriechtiere und Vögel mit großer Sorge: „Es gibt weniger Hecken und nicht gemähte Feldraine, die für diese Tiere ein wichtiger Lebensraum sind.“ Das Volksbegehren richte sich „nicht gegen die Landwirtschaft“, vielmehr soll damit „eine Verbesserung der Artenvielfalt erreicht“ werden, erklärte die Biobäuerin.

Eintragen

Wahlberechtigte können sich nur persönlich zu den regulären Öffnungszeiten im Rathaus ihres Erstwohnsitzes eintragen (Ausweis mitbringen), darüber hinaus sind die Rathäuser während der zweiwöchigen Eintragungsfrist an einem Wochenendtag und einem Wochentag abends geöffnet. Infos: www.volksbegehren-artenvielfalt.de.

Infoveranstaltungen

– Freitag, 1. Februar, 19.30 Uhr, evang. Gemeindehaus, Münchener Straße 4, Weilheim, Referat Dr. Brigitte Honold.

– Freitag, 1. Februar, 20 Uhr, Pfarrsaal Raisting, Vortrag Dr. Maiken Winter.

– Mittwoch, 6. Februar, 19.30 Uhr, Ballenhaus Schongau, Referent Dr. Andreas Segerer, Experte für Biodiversität.

Bauernverband kontert

In einem offenen Brief kritisiert der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) Walter Heidl das Volksbegehren „Artenvielfalt“. Eine drastische Verschärfung des bayerischen Naturschutzgesetzes hätte für die Landwirte „zusätzliche Einschränkungen, eine gesetzlich vorgegebene Quote für den Öko-Landbau in Bayern sowie das Aus für viele Maßnahmen und Kooperationen im Umwelt- und Naturschutz“ zur Folge. „Das Volksbegehren schadet den Bauern und dem Naturschutz“, sagt Heidl.

Von Maria Hofstetter 

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