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Von Fingerabdruckblättern zum virtuellen Tatort: BLKA feiert 75-Jähriges

Aktuelle und frühere Polizeiautos.
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In den 75 Jahren des Bestehens des Bayerischen Landeskriminalamtes hat sich nicht nur der Fuhrpark verändert.

Region – Von mehr als 20 auf mehr als 2 000 Mitarbeiter, von einer Sammlung von Fingerabdruckblättern zu modernster Technik: Das Bayerische Landeskriminalamt (BLKA) wird 75 Jahre alt. Als es am 11. Mai 1946 in München gegründet wurde, hieß es noch „Landeserkennungsamt Bayern“ – und auch sonst hat sich seitdem viel getan.

Das BLKA hat sich zu einer leistungsstarken Behörde entwickelt, die die Bayerische Polizei als innovativer Dienstleister, Zentralstelle und mit eigenen Ermittlungen unterstützt. Bei einer Pressekonferenz Anfang Mai gratulierte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dem BLKA-Präsidenten Harald Pickert dazu.

Als der Grundstein dafür gelegt wurde, war an eine solche Entwicklung noch nicht zu denken. Wenige Monate zuvor hatte der Zweite Weltkrieg geendet, das Land lag ebenso wie die bayerische Landeshauptstadt in Trümmern. Das Team der ersten Stunde nahm seine Arbeit mit entsprechend bescheidener Ausrüstung auf.

Seine Aufgabe war es, die Polizeidienststellen im Land beim Kampf gegen Kriminalität zu unterstützen. Eingerichtet wurden dafür ein Kriminalnachrichtendienst, ein Kriminaltechnisches Laboratorium und ein Kriminalwissenschaftliches Institut.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Behörde, die 1952 in Bayerisches Landeskriminalamt umbenannt worden war, rasant und gewann neue Kompetenzen hinzu. Hatten es die Mitarbeiter in den Nachkriegsjahren beispielsweise mit Geldfälschung und mit der Suche von Vermissten zu tun, ist die Behörde heute zudem unter anderem für Ermittlungen in Bereichen der Organisierten Kriminalität, des Polizeilichen Staatsschutzes und der Cyberkriminalität zuständig. Darüber hinaus wurden 2013 die internen Ermittlungen in einem eigens dafür geschaffenen Dezernat im BLKA zentralisiert.

Gleichzeitig ist das BLKA eine Service-Stelle für die Polizeipräsidien im Land. Im Kriminaltechnischen Institut suchen Fachleute auch nach den kleinsten Spuren in Handschriften, DNA-Proben und an Waffen. Hochmoderne Scanner haben die Fingerabdruckblätter abgelöst, mit denen die ersten Beschäftigten gestartet waren.

Virtueller Tatort

Experten der forensischen Medientechnik tüfteln derzeit am sogenannten Holodeck. Per virtueller Realität ist es schon jetzt möglich, Tatorte digital zu begehen und damit für die Ermittlungen zu konservieren. Mit dem neuen Holodeck können Ermittler auch an verschiedenen Orten in Bayern gleichzeitig den virtuellen Tatort betreten, sich als Avatare, also als digitales und bewegungsgleiches Abbild ihrer selbst, dort bewegen und miteinander sowie mit der Umwelt interagieren.

In seiner dritten Säule erfüllt das BLKA zahlreiche systemrelevante Aufgaben, etwa als Zentralstelle der Informations- und Kommunikationstechnik in der Bayerischen Polizei. Wie wichtig das ist, unterstreichen nicht zuletzt die aktuellen Herausforderungen in der Corona-Pandemie, in der die gesicherte Kommunikation über Video- und Telefonkonferenzsysteme – unabhängig vom Standort des Nutzers – einen ganz neuen Stellenwert erlangte. Mit all dem will sich das BLKA für die Zukunft aufstellen. Ein weiteres Beispiel sind in diesem Zusammenhang die Fortschritte in der Biometrischen Gesichtserkennung.

Hierbei handelt es sich um die jüngste Säule im Erkennungsdienst, die sich mehr und mehr zu einem wichtigen Instrument für die Ermittlungsdienststellen entwickelt – als Antwort auf die rasant zunehmende Menge an Lichtbildern und Videomaterial im Rahmen von Ermittlungsverfahren. Weitere Infos zur Geschichte des BLKA und zu den spektakulärsten Fällen gibt es auf der Webseite des BLKA.

Von Kreisbote

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