»Zweckbau« in Planung

Vorentwurf für Peißenberger Aktivzentrum vorgestellt

Symbolfoto: Baupläne
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Peißenberg soll ein Aktivzentrum bekommen. Die ersten Pläne wurden nun vorgestellt.

Peißenberg – Die Marktgemeinde soll bekanntlich neben dem Eisstadion ein Aktivzentrum bekommen. Bislang gab es nur den Arbeitstitel für das knapp 2,5 Millionen Euro teure Projekt. Doch in der jüngsten Marktratssitzung wurden erste Pläne vorgestellt.

Genauer gesagt handelte es sich dabei um die Präsentation von Vorentwürfen, die vom Planungsbüro Kreutterer im Auftrag des TSV Peißenberg angefertigt wurden. Demnach soll auf dem ehemaligen Rollschuhplatz, gleich neben der Eishalle, ein, wie es in der Sitzung hieß, „architektonischer Zweckbau“ entstehen, der auf einer Grundfläche von 650 Quadratmetern im Erdgeschoss mehrere Kabinenräume, ein Eismeisterbüro, eine Teeküche sowie Trainer-, Schiedsrichter- und Krankenzimmer umfassen soll. Dieser Bauabschnitt wird vom TSV finanziert.

Darüber sollen dann Bewegungs-, Mehrzweck-, Büro- und Sanitärräume entstehen. Das ist der Teil des Aktivzentrums, für den die Gemeinde bereits einen staatlichen Zuschuss von 900 000 Euro erhalten hat. Geplant ist eine Bauherrengemeinschaft zwischen TSV und Gemeinde mit einer Kostenaufteilung von 40:60. Der TSV will seinen Anteil über BLSV-Zuschüsse, Darlehensaufnahmen und dem bereits vor einem Jahr von der Gemeinde in Aussicht gestellten 200 000-Euro-Zuschuss finanzieren.

Doch es gibt noch viele offene Fragen. Zum Beispiel muss geklärt werden, wer das Aktivzentrum nach seiner Fertigstellung betreibt. Der TSV steht bereits in den Startlöchern. Der Sportverein möchte das gesamte Gebäude, also nicht nur den Kabinentrakt im Erdgeschoss, verwalten. Interessiert ist auch der Frohsinn 2 000. Der Faschingsverein hat sich dem Vernehmen nach um eine Erbpacht von Büro-, Besprechungs- und Lagerräumen beworben. Den Innenausbau würde der Verein alleine stemmen. Inwieweit aber eine Erbpacht mit förderrechtlichen Kriterien und der beabsichtigten Öffnung für die Allgemeinheit vereinbar wäre, ist unklar. Im Marktrat wurde über die Frohsinn-Bewerbung noch nicht debattiert – zumindest nicht öffentlich. Der Verein hat sechs Tanzgarden am Start und zählt inzwischen weit über 300 Mitglieder. Allerdings fehlt es an geeigneten Trainingslokalen und Lagerräumen. Der Frohsinn 2 000 hatte sich auch für das ehemalige Jugendzentrum beworben, jedoch kurz vor Weihnachten seinen Nutzungsantrag zurückgezogen.

Unklar ist in puncto Aktivzentrum noch, wie es mit möglichen baurechtlichen Problemen aussieht. Die Emissionskontingente im Quartier an der Pestalozzi-Straße sind begrenzt. Zum Hintergrund: Bei den Gemeindewerken gibt es Überlegungen das ambulante Rehabilitationszentrum im direkt angrenzenden Rigi-Rutsch‘n-Betriebsgebäude zu erweitern. Dafür soll der alte Eishallen-Kabinentrakt abgerissen werden.

Abgestimmt über das Aktivzentrum wurde im Marktrat in der jüngsten Sitzung noch nicht. „Wir können die Planung zur Kenntnis nehmen, aber mehr bitte nicht. Es steht alles noch ziemlich am Anfang“, erklärte Jürgen Forstner (Freie Wähler). Er und sein Fraktionskollege Walter Wurzinger verwiesen erneut auf das Erfordernis eines Gesamtkonzepts für das Wörther Sport- und Freizeitgelände. „Wir sollten nicht etwas ins Blaue hinein planen“, so Forstner.

„Schaut ja super aus“, kommentierte indes Manuela Vanni (Peißenberger Liste) den Vorentwurf – auch wenn eventuell an der ein oder anderen Stelle noch nachjustiert werden müsse. Baubeginn für das Aktivzentrum soll dann bereits im Frühjahr 2022 sein: „Das ist ein sportlicher Zeitrahmen, aber wir sind ein Sportverein – und wir schaffen das“, erklärte Stefan Rießenberger, Fraktionssprecher der Bürgervereinigung und TSV-Präsident.

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