Vorsichtiger Optimismus – Ausmaß der Wirtschaftskrise in der Region hält sich in Grenzen

Dank der Branchenvielfalt in der Region hat sich das Ausmaß der Wirtschaftskrise bei den heimischen Betrieben bislang in Grenzen gehalten. Das zumindest bestätigte Frank Dittmann beim Stammtischabend des Unternehmerkreises Weilheim-Peißenberg im Kommunikationszentrum der Firma „Convotherm“.

Nicht zuletzt wegen der auslaufenden Kurzarbeiterregelung, so die Prognose des Gremiumsvorsitzenden, gerieten die ersten sechs Monate im neuen Jahr „zum Halbjahr der Wahrheit“. Flexibilität, Innovation und Schnelligkeit am Markt seien die Eigenschaften, auf die es jetzt bei den Firmen ankomme. Alles in allem sieht Dittmann Licht am Krisenhorizont: „Es breitet sich leichter Optimismus aus. Im Juli 2010 könnte der Wendepunkt kommen.“ Nach Dittmanns Vorhersage müsste die Alpine Ski-Weltmeisterschaft im Februar 2011 in Garmisch-Partenkirchen also in wirtschaftlich wieder besseren Zeiten stattfinden. Welche Auswirkungen das nach Olympia zweitgrößte Wintersportereignis auf die Region hat, darüber sollten die rund 50 anwesenden Unternehmerkreis-Mitglieder im offiziellen Teil des Stammtischabends aufgeklärt werden. Der im Organisationskomitee für Marketing zuständige Stefan Stankalla konzentrierte sich in seinem Vortrag jedoch überwiegend auf organisatorische Fakten. Danach rechnen die Veranstalter damit, dass rund 200 000 Zuschauer und mehr als 650 Millionen TV-Zuseher die „Festspiele in Schnee“ verfolgen. Nach den Worten Stankallas soll die Weltmeisterschaft ein natürlich bayerisches Image prägen, weshalb man darum bemüht ist, die meisten der 1200 Volunteers aus der näheren Umgebung zu rekrutieren. Die heimische Wirtschaft soll indes bei der Auftragsvergabe verstärkt berücksichtigt werden: „Wir sind nicht verpflichtet, öffentlich auszuschreiben und können schauen, dass die Richtigen zum Zuge kommen“, erklärte der ehemalige Weltcup-Skirennläufer im Unternehmerkreis. Stankallas Hinweis darauf, dass die Ski-WM „eine umweltfreundliche und möglichst CO2-neutrale Veranstaltung“ werden soll, dürfte vor allem Dr. Werner Zittel, den zweiten Referenten des Stammtischabends gefreut haben. Der Diplom-Physiker der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH sprach über den „Stand des Energie- und Klimagutachtens für den Landkreis Weilheim-Schongau“ und brachte dabei interessante Zahlen ins Spiel. So hat eine Analyse unter rund 700 Betrieben in der Region ergeben, dass etwa 90 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Industrie und Gewerbe auf das Konto der Schongauer Papierfabrik und der Firma „Roche“ in Penzberg gehen. Allerdings, so versicherte Zittel, werde in den beiden Großbetrieben „keine Energie verbraten“: „Die können damit sehr gut umgehen. Da passiert im Bereich des Energie-Managements eine Menge“.

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