Peißenberger Klinik: Dr. Fischer bleibt – W-LAN eingerichtet

Surfen im Krankenbett

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Ilse Schäfer durfte in ihrem Bett die Erste sein, die von der mobilen Visite profitieren konnte. Chefarzt Dr. Wilhelm Fischer (li.) erklärte ihr im Beisein von (v.re.) Geschäftsführer Thomas Lippmann, dem Landtagsabgeordneten Harald Kühn, Bürgermeisterin Manuela Vanni, Oberarzt Claus Holm und Bundesminister Alexander Dobrindt die neue Technik.

Noch im letzten Jahr war nicht einmal sicher, dass das Peißenberger Krankenhaus künftig noch besteht. Nun investiert die Krankenhaus GmbH weiter in den Standort und will damit ganz deutlich machen: „Das Krankenhaus Peißenberg lebt!“

Kostenloses W-LAN für Patienten, ein neuer Aufenthaltsraum und Ärzte, die mit dem Laptop direkt ans Krankenbett kommen: Das Peißenberger Krankenhaus rüstet sich für die Zukunft. Die Neuerungen sind Teil der „anstehenden Veränderungen, die es geben muss“, verkündete Thomas Lippmann bei einem Empfang am Montag. Der Geschäftsführer der Krankenhaus GmbH sprach dabei vor allem viele lobende Worte für den Ärtzlichen Direktor Dr. Wilhelm Fischer – der bis auf Weiteres im Dienst bleibt – und seine Mitarbeiter aus. „Spitzenmedizin“, wie sie für ein so kleines Haus sehr ungewöhnlich sei und „die volle Leistungsfähigkeit rund um die Uhr“ seien der Grund, warum auch weiterhin am Standort Peißenberg festgehalten werde.

Dass das Vertrauen der Patienten existiert, zeigen auch die gestiegenen Belegungszahlen: 100 Menschen mehr als noch 2013 wurden im letzten Jahr in Peißenberg behandelt. Insgesamt waren es 1 400 stationäre Patienten, die in den 35 Betten versorgt wurden.

Als „Garant, dass wir weiter voranschreiten können“ sieht Fischer die neue Technik. „Moderne Medizin kommt ohne Digitalisierung nicht aus“, erklärte der Chefarzt.

Die neue High-Speed-Anbindung biete nicht nur den Patienten selbst mehr Komfort, auch sei vor allem die Möglichkeit zur „mobilen Visite“ ein klarer Vorteil. Dabei könnten beispielsweise Laborbefunde, Arztbriefe, Röntgenbilder und vieles mehr zentral gespeichert und dann mit dem Laptop in der Hand direkt am Krankenbett besprochen werden. Außerdem sei auch das „Home-Monitoring“ leichter möglich, bei dem Herz-Patienten zu Hause überwacht und die Daten automatisch an die Ärzte gesendet werden. Bei Auffälligkeiten könne die Zeit für Entscheidung dadurch verkürzt werden. Auch Fachärzte seien leichter miteinzubeziehen, wenn sie von daheim mitsprechen können.

Für mehr Komfort sorgt auch der neu eingerichtete Patiententreff. In ihm können sich Patienten rund um die Uhr aufhalten, gemeinsam essen oder sich mit ihrem Besuch unterhalten. „Gerade ältere Menschen wollen wir aus der Isolation herausholen und von ihren Leiden ablenken“, erklärte Fischer.

Bundesminister Alexander Dobrindt, der den Termin in seinem Heimatort gerne wahrnahm, dankte dem Förderverein, der die Projekte angestoßen und zum Großteil finanziert hatte. Auch die Mitarbeiter würdigte er für ihre „besondere Leidenschaft und Zuneigung zu den Patienten“ und hob ebenfalls den Einsatz von Fischer hervor: „Ohne Sie würde es das Krankenhaus nicht mehr geben.“

Dobrindt versprach seine „volle Unterstützung bei allen Überlegungen und Plänen“, die die Krankenhaus GmbH in den nächsten Jahren vorhat. Er sei froh, dass Peißenberg hinsichtlich des W-LANs als „absoluter Vorreiter“ fungiere und als „Innovationsgemeinde, die auf die digitale Zukunft setzt“, nicht nur Risiken sehe, sondern Potenziale nutze.

Als Vorsitzende des Fördervereins freute sich Bürgermeisterin Manuela Vanni gleich zweifach über den Fortschritt. „Wir wollen zeigen, dass es das Krankenhaus in Peißenberg noch gibt.“ Sie habe das Gefühl, dass seit der Ära Lippmann „mit der gesamten GmbH etwas vorwärts geht“ und sei überzeugt: „Das Krankenhaus Peißenberg hat einen guten Ruf“.

Der Förderverein des Krankenhauses besteht seit 1993. Seit seinem Bestehen hat er etwa 150 000 Euro in die Peißenberger Klinik investiert. Derzeit hat er rund 100 Mitglieder. Für die neue W-LAN-Verbindung und den Patiententreff spendete der Verein 25 000 Euro.

von Ursula Gnadl

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