Wachstum ja, aber wohin? "Landkreis-Grüne" sammeln Meinungen an der Bürgerbasis

Die bayerischen Grünen haben eine neue Grundsatz- und Richtungsdebatte zum Thema „Wachstum“ angestoßen. Entscheidungsträger aus der Öffentlichkeit sollen eingebunden werden. In Weilheim lud der Kreisverband der Grünen zu einer Diskussion am Runden Tisch ein. Prominenter Gast war der Landesvorsitzende „Bündnis 90/Die Grünen“ Dieter Janecek.

„Auch wir wollen Wachstum. Aber wie viel davon brauchen wir und wohin soll die Reise gehen? Dazu suchen wir Meinungen aus der Öffentlichkeit“, so der Gastgeber des Runden Tischs Marcus Reichenberg in seiner Begrüßung. Gekommen waren Persönlichkeiten aus der Politik, Medizin, aus mittelständischen Unternehmen, der Landwirtschaft und Selbständige. Für den Freistaat Bayern sieht Janecek die Wachstumsgrenze bereits erreicht. Die Frage laute, wie künftige Weichen gestellt werden müssen. Um hier den richtigen Weg zu finden, sei die Mitarbeit von Entscheidungsträgern gefragt. „Wir können uns dem bisherigen Mantra – Wohlstand und Lebensqualität – unterwerfen oder etwas Neues suchen. Wir möchten dazu Ihre Meinungen hören“, sagte der Landesvorsitzende beim Einstieg in die Diskussion. Zum künftigen Wachstum gab es kritische Anmerkungen. Warum müssten beispielsweise kommunale Krankenhäuser ständig Gewinne machen, hinterfragte Dr. Andreas Knez in der Runde. Er verfolge schon länger diese Entwicklung im Gesundheitswesen und könne sie nicht verstehen. SES 21-Geschäftsführer Ingo Martin vermisst beim Wachstum die Nachhaltigkeit. Er wolle aber nicht das System in Frage stellen, sondern dessen Ausprägung. „Wir müssen Rahmenbedingungen für das Wachstum bei uns schaffen, das Fachwissen bereitstellen und vorangehen, damit auch ärmere Länder hinterher kommen können. Vorreiterrollen beim Sparen können wir von China oder Indien nicht erwarten. Das geht aber nicht umsonst“, stellte Martin fest. Der Klimaforscher Stefan Emeis mahnte für die Wirtschaft langfristige Rahmenbedingungen an. Immer schnellere Innovationszyklen müssten in vielen Bereichen nicht sein. In der Schlussfrage an die Diskussionsrunde: „Was wäre für Sie das gelobte Land?“ nannten die Teilnehmer Wünsche wie Entschleunigung, weg vom Turbokapitalismus, reales statt virtuelles Unternehmenswachstum, fairer Handel, mehr Respekt, Leistungssteigerung ohne Zwang, überschaubare Strukturen und Persönlichkeiten statt Berufspolitiker an der Spitze.

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