Sparsam im Energieverbrauch: Weilheimer Jugendhaus ein Vorzeigeprojekt

Wärmeschutz im Jugendhaus

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Mit gutem Beispiel voran: Andreas Scharli (li.) und Marco Schwentzek vor dem Jugendhaus „Come In“, Weilheims Vorzeigeprojekt in Sachen Energiewende.

Das „Come In“ an der Pütrichstraße ist ein beliebter Treffpunkt für die Elf- bis 21-Jährigen. Das Jugendhaus, in dem die Besucher Musik hören, kreativ werden oder einfach nur chillen können, ist auch besonders sparsam im Energieverbrauch, wie eine Untersuchung gezeigt hat.

Das „EWO Kompetenzzentrum Energie“ hat 2013 in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach die Energieverbräuche von 80 kommunalen Gebäuden erfasst und verglichen: Bauhöfe, Feuerwehrgerätehäuser und Museen ebenso wie Kindergärten, Schulen und Turnhallen. Das „Come In“ schnitt dabei mit seinem „sensationell niedrigen Wärme- und Stromverbrauch“ am besten ab, berichtete Andreas Scharli von der Bürgerstiftung „Energiewende Oberland“ (EWO).

 „Der Vollwärmeschutz macht sich bezahlt“, schließt Bürgermeister Markus Loth aus den vorgelegten Zahlen: Mit acht Kilowattstunden jährlichem Wärmebedarf pro Quadratmeter und einem Stromverbrauch von 8 000 Kilowattstunden im Jahr stellte das „Come In“ mit seinen sparsamen Verbrauchsdaten alle anderen untersuchten Gebäude in den Schatten. Dafür gab es prompt eine Prämie: Scharli übergab Loth bei einem Treffen im Rathaus ein kleines Gerät, das den Stromverbrauch dokumentiert. 

Mit dem sogenannten Benchmarking, erklärte Energieberater Scharli, lassen sich überhöhte Verbrauchsdaten und gelungene Sanierungsmodelle darstellen: „Wir wollen den Kom- munen damit ein einfaches Werkzeug an die Hand geben, das aufzeigt, was sie bei der Energieversorgung als nächstes in Angriff nehmen sollen.“ Scharli hofft jetzt auf weitere Teilnehmer. Dank elektronischer Eingabe können die Kosten für die Kommunen niedrig gehalten werden: Je nach Größe der Liegenschaft liegen sie jährlich zwischen 110 und 180 Euro, ergänzte er. 

Die Stadt Weilheim hat bei der EWO im Rahmen des Benchmarkings sechs weitere Liegenschaften in Auftrag gegeben: Musikschule und Stadtmuseum, Feuerwehrgerätehaus, Stadthalle, Stadttheater und Kindergarten „Pfiffikus“. Bei beiden Letztgenannten sieht Scharli noch große Einsparpotenziale. So benötigt das 1980 erbaute „Pfiffikus“-Haus jährlich pro Quadratmeter 197 Kilowattstunden Wärme. Der Stadt ist der hohe Energieverbrauch bekannt, Loth verwies auf die für 2015/16 geplante Sanierung der Gebäudehülle. Die Stadt geht von 600 000 Euro Gesamtkosten aus und rechnet mit 200 000 Euro staatlichen Zuschüssen. 

Energieberater Scharli hatte „Handlungsempfehlungen“ für weitere städtische Liegenschaften parat: Am Betriebsgebäude der Feuerwehr ist die Gebäudehülle zu sanieren, auch neue Einfahrtstore sind fällig. Im Stadttheater müssen die oberste Geschossdecke und das Dach dringend gedämmt werden; die Doppelkesselanlage aus dem Jahr 1997 ist veraltet, ebenso die Bühnentechnik. Die Sanierungen, hakte Bürgermeister Loth ein, können finanziell nur schrittweise gestemmt werden. 

Seit April ist Marco Schwentzek als neuer Liegenschaftsmanager für die Stadt Weilheim tätig. Zu seinen Aufgaben gehört es, die monatlichen Energieverbrauchsmessungen zu kontrollieren und auszuwerten. Seinen Worten nach lässt sich der Energieverbrauch auch mit einfachen Mitteln senken. Als Beispiel führte er den Kinderhort „Franziskus“ an, in dem die Beleuchtung erneuert worden ist.

von Maria Hofstetter

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