Hans Streicher und Petra Maier kündigen Rückzug an

Vanni bleibt Rathauschefin

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Hans Streicher gratulierte Manuela Vanni artig zum Wahlerfolg.

Peißenberg – Manuela Vanni hat es geschafft: Die Amtsinhaberin (Peißenberger Liste) setzte sich bei der Bürgermeisterstichwahl mit deutlichem Vorsprung gegen ihren Kontrahenten Hans Streicher (SPD) durch.

Vanni, die seit 2008 regiert, wird damit für weitere sechs Jahre die Geschicke im Peißenberger Rathaus lenken. Einen Umbruch in der lokalpolitischen Landschaft wird es aber dennoch geben: Streicher und CSU/Parteilose-Spitzenkandidatin Petra Maier, die bereits zwei Wochen zuvor im ersten Wahlgang gescheitert war, werden ihre Gemeinderatsmandate nicht annehmen.

Es war um 18.10 Uhr, als am vergangenen Sonntagabend im Rathaus das Ergebnis des ersten von insgesamt 17 Wahlbezirken auf dem Bildschirm erschien – und sich der Trend des ersten Wahlgangs fortsetzte: Vanni lag mit klarer Mehrheit vor Streicher. Bereits zehn Minuten später nahm die alte und neue Rathauschefin erste Glückwünsche entgegen.

Um 18.37 Uhr stand das Endergebnis schließlich fest: 58,69 Prozent der Wähler stimmten für Vanni, nur 41,31 Prozent für Streicher. Die Wahlbeteiligung lag bei schwachen 53,99 Prozent. „Ich bleibe jetzt Lehrer und freue mich auf die Klassen-Abschlussfahrt“, kommentierte Streicher seine Niederlage, die für den 61-Jährigen nicht ganz unerwartet kam: „Das war nach dem ersten Wahlgang abzusehen. Vannis Vorsprung war einfach zu groß.“ Über die Gründe für den Wahlausgang konnte Streicher nur spekulieren: „Ich habe keine Ahnung. Vielleicht ist es der Amtsbonus – und offenbar waren die Leute mit der Politik von Frau Vanni zufrieden.“

Die Wahlsiegerin tat sich mit der Wahlanalyse freilich leichter: „Ich denke, dass ich in den Vereinen sehr verankert bin. Außerdem konnten in den letzten sechs Jahren sehr viele Projekte umgesetzt werden“, erklärte Vanni, die ihre Anspannung trotz des deutlichen Vorsprungs nicht verbergen konnte: „Für einen Körper sind solche Wahlen Stress pur.“ Möglichst stressfrei soll indes in den nächsten sechs Jahren die Arbeit im Gemeinderat werden. Vanni kündigte an, mit dem neu gewählten Gremium zwecks Teambuilding ein Klausurwochenende zu bestreiten. Nicht mehr mit dabei sein werden dann Petra Maier und Hans Streicher. Wie am Sonntagabend bekannt wurde, haben beide bereits in der letzten Woche den Wahlleiter darüber unterrichtet, ihre Gemeinderats- mandate nicht annehmen zu wollen.

Es ist ein Abgang von zwei prägenden Figuren in Peißenbergs Kommunalpolitik – und ein Abgang mit fadem Beigeschmack: Sowohl Streicher (5 225 Stimmen) als auch Maier (4 412) bekamen bei den Gemeinderatswahlen großen Zuspruch. „Ich habe damit gerechnet, aber ich finde es dem Wähler gegenüber nicht in Ordnung“, beurteilte Vanni den Rückzug ihrer beiden Kontrahenten. 

Streicher wiederum betonte, dass eine Fortsetzung seiner 24-jährigen Gemeinderatstätigkeit „nicht zielführend“ wäre: „Ich habe die letzten Jahre immer wieder darauf hingewiesen, dass Frau Vanni und ich unterschiedlicher Meinung sind.“ Sein Rückzug solle dazu beitragen, dass im Gemeinderat ein Neuanfang ohne verhärtete Fronten ermöglicht werde. Sein Kreistagsmandat, so versicherte Streicher, wolle er jedoch annehmen.

Von Bernhard Jepsen

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