Vertreter der Spaten-Löwenbräu GmbH äußert sich im Stadtrat zu geplantem Konzept für Wirtschaft

Wieder Aufregung ums Gögerl

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Ein aktuelles Bild der Waldwirtschaft am Gögerl: Die Arbeiten haben dort nun begonnen.

Weilheim – Der Wunsch, dass sich ein Vertreter der Spaten-Löwenbräu GmbH einmal im Stadtrat zum weiteren Vorgehen bezüglich der Waldwirtschaft am Gögerl äußert, wurde unter den Räten schon öfter laut.

Unter anderem stellte die CSU- Fraktion vor Kurzem einen entsprechenden Antrag (wir berichteten). Diesem Wunsch wurde nun in der letzten Sitzung des Stadtrats nachgekommen. Dietmar Seiler, Gebietsverkaufsleiter Pächter-Forum/Gastronomie der Spaten-Löwenbräu GmbH, kam zusammen mit zwei Kollegen in die Kreisstadt. Alleine habe er sich nicht getraut, witzelte Seiler – was angesichts der Wortmeldungen einiger Stadträte aber auch durchaus ernst gemeint gewesen sein könnte.

Bevor diese allerdings dazu Gelegenheit bekamen, äußerte sich Seiler. Das lange Hin und Her erklärte er unter anderem mit den hohen Investitionskosten, welche fast eine Mio. Euro betragen. Zudem seien die Münchner Sedlmayr Grund und Immobilien AG (Gebäudeeigentümer) und das für die Verpachtung zuständige Pächter-Forum der Spaten-Löwenbräu GmbH zwei getrennte Firmen, was den Weg für so manche Entscheidung auch in die Länge zöge. Vorletzte Woche sei mit dem Ausräumen in der Wirtschaft begonnen worden, sagte Seiler. Die Biergartenstation sei in einem „komplett desolaten“ Zustand gewesen und würde sich auch nicht mehr rentieren. Daher wurde diese entsorgt. Stattdessen soll es eine Biergartenschenke geben. Die Terrasse auf halber Höhe (linker Seite) bleibt zwar zum Beispiel für Fotomotive bestehen, wird aber nicht mehr bewirtschaftet. Im ersten Stock soll es zudem eine Pächterwohnung und Personalräume geben.

Neu gemacht werden unter anderem Gastraum, Toiletten, Heizung, Lüftung und Küche – der Grundriss des Gebäudes bleibt aber unverändert. Ebenfalls geplant ist ein Kinderspielplatz. Was die Ausrichtung der Wirtschaft angeht soll alles beim Alten bleiben. Es werden wieder typisch bayerische Speisen wie Wurstsalat, Schweinebraten aber auch Kaffee und Kuchen angeboten. Der Innenraum soll hell, aber trotzdem wie eine bayerische Wirtschaft, gestaltet werden. Einen potentiellen Wirt gibt es zwar, allerdings wurde noch kein Vertrag unterschrieben. Was den Zeitpunkt der Wiedereröffnung angeht, nannte Seiler September/Oktober diesen Jahres.

Nicht so recht glauben konnte das Alfred Honisch (Grüne). Für ihn würden sich Seilers Aussagen so darstellen, dass „keiner so richtig Schuld war“. Unterm Strich würde dies bedeuten, dass man sich „auf Sie“ beziehungsweise auf die Menschen, die dabei zusammenarbeiten, „nicht verlassen“ könne. Die Realisierbarkeit der Arbeiten in diesem Zeitraum hinterfragte Marion Lunz-Schmieder (CSU). Sie betonte auch, dass die Weilheimer jetzt schon zwei Jahre auf ihr „Schmuckstück“ und „Kleinod“ verzichten müssten. Seiler erwiderte, dass den Stadträten die Tatsache, „dass wir hier zu dritt sitzen“, zeigen müsste, wie sehr ihnen die Waldwirtschaft am Herzen liege. Sich „zusammenreißen“, um noch freundlich zu bleiben, musste sich laut eigener Aussage Uta Orawetz (CSU). Sie prangerte an, dass Seiler weder einen Wirt noch einen unterschriebenen Pachtvertrag dabei hatte. Auch die Verzögerung des Arbeitsbeginns stieß ihr sauer auf. Es sei sicherlich „keine gute Entscheidung“ gewesen, das Erbbaurecht vorzeitig zu verlängern.

Einige Stadträte stießen aber auch versöhnliche Töne an. Jochen Knittel (BfW) schlug zum Beispiel vor, ein großes Schild, auf dem der geplante Eröffnungstermin zu sehen ist, bei der Waldwirtschaft anzubringen. Somit würde sich die Frage einiger Ausflügler, warum die Gastronomie nicht geöffnet sei, erledigen.

Von Sofia Wiethaler 

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