Waldwirtschaft am Gögerl Thema in Hauptausschuss – Zwei Interessenten

Komplizierte Verhältnisse

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Die Waldwirtschaft.

Weilheim – Die Aufruhr war groß, als die ehemaligen Pächter Heinz und Erika Hollerith das Ende der Waldwirtschaft am Gögerl per Facebook verkündeten. Der Pachtvertrag zwischen dem Pächterehepaar und der Spatenbrauerei endete im Streit. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses drängten sich Fragen zu diesem Thema auf.

Der Fraktionssprecher der Grünen, Alfred Honisch, wollte wissen, wie es um die Verantwortung der Stadt als Erbpachtgeberin und um die Zukunft der bekannten Gaststätte steht. Den Holleriths zufolge wurden Schäden am Gebäude, wie Schwarzschimmel oder defekte Stromleitungen, festgestellt, gegen die die Brauerei jedoch nichts unternommen habe.

Um die Fragen des GrünenStadtrates beantworten zu können, musste Stadtkämmerer Christoph Scharf zunächst die nicht ganz einfachen Pachtverhältnisse erklären: Die Stadt Weilheim ist demnach Eigentümerin des Grundstücks am Gögerl und des darauf befindlichen Gebäudes. 1985 wurde mit der Spatenbrauerei ein Erb-

baurechtsvertrag geschlossen, wodurch ein Teil des Grundstücks (3 700 Quadratmeter) mit dem Gebäude an die Brauerei verpachtet wurden. Der Vertrag wurde für 50 Jahre geschlossen. Der Erbbauberechtigte habe laut Scharf die Pflicht, „das Gebäude samt Grundstück auf seine Kosten in einem sauberen und ordnungsgemäßen Zustand zu halten und während der Laufzeit ein gut bürgerliches Restaurant zu betreiben.“

Der Vertrag könne nur dann rückgängig gemacht werden, wenn der Erbbauzins nicht gezahlt werde, das Grundstück einem anderen Zweck diene oder der Wirtschaftsbetrieb aufgegeben wird. Die Stadt selbst habe keinerlei vertragliche Verbindung mit den Pächtern, sondern nur ein Mitspracherecht bei deren Auswahl. „Die Stadt hat keinen Einfluss auf das Verhältnis zwischen Brauerei und Pächter. Sie ist vollkommen außen vor“, betonte Scharf.

Im Jahr 2013 wendeten sich die ehemaligen Pächter, das Ehepaar Hollerith, bereits an die Stadt, woraufhin diese die Brauerei an ihre vertraglichen Verpflichtungen erinnerte. Laut Bürgermeister Markus Loth soll das Lokal im Mai wieder besucht werden können. „Es gibt zwei ernsthafte Interessenten, die zur Biergartensaison wieder eröffnen wollen“, so Loth. Weitere Angaben zu diesem Thema wollte Loth in einer öffentlichen Sitzung nicht machen.

Von Maria Lindner 

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