"Freier Begegnungsschacht" baut mit den Kindern Imkerwerkstatt in Huglfing

Wandergesellen in der Waldorfschule

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Mit Eifer bei der Sache: Wandergeselle Fabian weist die Kinder in den fachgerechten Umgang mit Hammer und Stemmeisen ein.

Huglfing – Vereinzelt sind sie auf der Straße zu sehen: Wandernde Handwerksgesellen, die mit ihren dunklen Schlaghosen, breitkrempigem Hut und hölzernem Wanderstock, genannt „Stenz“, wie aus einer anderen Zeit gefallen scheinen. Eine ganze Gruppe von ihnen ist derzeit an der Freien Waldorfschule Weilheim/Huglfing am Werk, um gemeinsam mit den Schülern der dritten Klasse eine Imkerwerkstatt zu errichten.

„Das Hausbauprojekt ist Teil des Lehrplans der Jahrgangsstufe, an dem den Kindern von der Ideensammlung über die Planung bis hin zum Bau ein ganzheitlicher Zugang zu einem Bauwerk vermittelt werden soll,“ erläutert Klassenlehrerin Veronika Klein-Fendt den pädagogischen Ansatz des Projektes.

Während im vergangenen Jahr ein Insektenhaus errichtet wurde, fiel diesmal die Wahl auf eine Imkerwerkstatt, in der alle Gerätschaften für die Bienenhaltung und Honiggewinnung untergebracht werden sollen. Damit will die Huglfinger Schule ihren Beitrag dazu leisten, dass 2019 zum hundertjährigen Bestehen der Waldorfschulen an jeder Einrichtung Bienenvölker artgerecht gehalten werden können. Hierzu haben auch schon zwei Schülerväter die Ausbildung zum Imker abgeschlossen oder stehen kurz davor.

Das Besondere an dem Vorhaben ist, dass die Schule tatkräftige Unterstützung durch die im „Freien Begegnungsschacht“ FBS vereinigten Handwerksgesellen hat. Der Grundstein für die Zusammenarbeit wurde durch eine zufällige Begegnung eines Schülervaters mit Fabian, einem der Gesellen, auf dem Tutzinger Gemeindefest gelegt. Da sich die etwa 30 Mitglieder der Vereinigung jedes Jahr zur Realisierung eines sozialen Projektes treffen, konnte Fabian seine Zunftgenossen und -genossinnen dafür gewinnen, sich zum Bau der Imkerwerkstatt in Huglfing zu treffen. „Wir arbeiten hier ehrenamtlich für Kost und Logis und wollen in zwei bis drei Wochen das Projekt abschließen“, erklärt Jesse, einer der drei Teilnehmer der Vorbereitungskommission. Ihren Familiennamen legen die Wandergesellen während ihrer dreijährigen Wanderschaft ab. Die Bauplanung haben sie auf der Grundlage der Ideen der Schulkinder erstellt, die Baustoffe kommen als Spenden von Schülereltern und weiteren Spendern. Die Kinder legen in der gesamten Bauphase selbst mit Hand an, so dass es letztlich ihr eigenes Werk ist.

Träger der Freien Waldorfschule Weilheim/Huglfing ist eine gemeinnützige Genossenschaft, die 2012 gegründet wurde. Nach zwei Jahren Vorbereitung konnte 2014 der Schulbetrieb mit dem Schulprofil Kunst, Musik und Handwerk starten. Im ersten Schuljahr besuchten sieben Schüler Klasse eins, im vergangenen Schuljahr wurden 68 Schüler in den Jahrgangsstufen eins bis vier eingeschult. Ziel ist, die Schule bis auf 13 Klassen mit dem Angebot zu Abschlüssen für Mittlere Reife und Abitur auszubauen. Der Genehmigungsantrag für den Gymnasialbetrieb wurde an das Kultusministerium bereits gestellt.

Von emh

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